Teurer Prater-Familienspaß

8. Jänner 2007, 16:40
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Das Geld ist im Prater schnell weg - der Euro-Wert wird relativ - AK-Ratschlag: Geldbetrag für Wurstelprater schon vorher festlegen

Wien – Es macht „bling-bling“, und das Geld ist weg. Eine Fahrt am Riesenrad, in der Geisterbahn oder mit sonst einer Attraktion am Wiener Wurstelprater, dazu Pommes, Saft und Bier – dieses Vergnügen kann Familien zum finanziellen Verhängnis werden, hat die Arbeiterkammer Wien in einem Test herausgefunden.

Zwischen 25. und 27. Juli wurde von den AK-Konsumentenschützern erhoben, wie viel eine fiktive Testfamilie (zwei Erwachsene, ein sechs- und ein 14-jähriges Kind) durchschnittlich im Prater ausgibt. Mit Speisen und Getränken sowie 13 Fahrten wurden 102 Euro ausgegeben, innerhalb von 55 Minuten waren schon 70 Euro verfahren. Zum Vergleich ging diese „Durchschnittsfamilie“ auch noch in den Böhmischen Prater in Favoriten und gab 45 Euro aus. Im Gegensatz zum Wurstelprater habe dieser zwar nicht so viele Attraktionen, sei aber kinderfreundlicher, ergab der AK-Test. Dass der Prater teuer sei, das wisse man. Familien sollten sich vor dem Besuch aber ausmachen, wie viel Geld sie ausgeben wollen, sagt Manuela Delapina von der AK.

Kindheitsemotionen

Ähnlich wie bei den Spielautomaten werde auf die Leute „eine ungeahnte Reizfülle“ losgelassen, sagt Herwig Scholz, Leiter des Kärntner Suchttherapiezentrums „de la Tour“. Das Licht, das Ambiente und auch die Möglichkeiten für Vater und Mutter, Sympathien zu holen, verbunden mit Emotionen aus der Kindheit, das alles spiele zusammen. „Es ist ein Musterbeispiel, wie man den Homo sapiens steuern kann“, sagt Scholz. In dieser „fantastischen Welt“ sei der Wert des Euro relativ, meint er. Den Wiener Prater gibt es seit 240 Jahren. (mil, DER STANDARD Printausgabe, 13.09.2006)

  • Es funkelt und blinkt und kostet Geld. Ein Besuch im Wiener Prater kann für Familien teuer kommen, fand die AK heraus
    foto: standard/andy urban

    Es funkelt und blinkt und kostet Geld. Ein Besuch im Wiener Prater kann für Familien teuer kommen, fand die AK heraus

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