Botschaft von damals für die Austria

1. Oktober 2006, 19:50
23 Postings

Die Wiener gewannen vor 70 Jahren den Mitropacup, das Tor zum Glück schoss Camillo Jerusalem

Wien - "Was ein richtiges Mitropacupspiel ist, muss auf der Botschaft zu Ende gespielt werden." Auch die Sprüche waren damals besser, nicht nur der österreichische Klubfußball. Friedrich Torbergs Kommentar passte zum ersten Mitropacup-Semifinale der Wiener Austria gegen Ujpest, die Wiener gewannen knapp 2:1 und auch überhaupt knapp. Der über Jahrzehnte die Austria leitende Sekretär Norbert Lopper war Augenzeuge: "Nach einem brutalen Foul an Austrias Goalie Zöhrer entwickelte sich auf dem Spielfeld eine engagierte Schlägerei, in die auch der Klubpräsident Michl Schwarz tätlich eingriff." Sobald der drohende Abbruch abgewendet (und eine Intervention auf der diplomatischen Vertretung vermieden) war, konnte die Austria nichts mehr aufhalten. Das Rückspiel gewannen Sindelar und Kollegen in Wien 5:2. Das Finale gegen Sparta ließ sich zäh an, das Hinspiel in Wien endete 0:0, das Rückspiel in Prag entschied Camillo Jerusalem: 1:0.

Austria, schon 1933 zum ersten Mal Mitropacupsieger (gegen Ambrosiana, den Vorläufer von Inter Mailand), hatte sich als die beste Ligamannschaft der Dekade etabliert.

Der Vergleich der damaligen zur heutigen Austria überfordert beinahe die Seelenruhe des älteren Herrn. Lopper: "Ich hoffe, dass sich die Austria erfangen wird, aber ich bin skeptisch. Wen sollen die schlagen? Das kommt davon, wenn man sich von einem Einzelnen abhängig macht." (Johann Skocek, DER STANDARD Printausgabe 13.09.2006)

  • Mannschaft und Pokal.
    foto: fk-austria.at

    Mannschaft und Pokal.

Share if you care.