"Keine feindliche Stimmung"

16. Oktober 2006, 13:39
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Österreicher sind bei Investitionen in Rumänien die Nummer eins

Bukarest - Wohin man in Bukarest schaut, österreichische Firmen sind im Stadtbild präsent: So hängt direkt neben dem Regierungspalast eine Raiffeisen-Werbung, auf Baustellen sind Schilder der Firma Baumit zu sehen und im Stadtzentrum zeigen Hinweistafeln an, wie weit es zur OMV-Repräsentanz ist.

Österreich ist in Rumänien bei den Direktinvestitionen die Nummer eins. 34 Prozent aller Investitionen kommen aus Österreich, seit 1990 wurden bereits über acht Mrd. Euro in dem Land investiert. Es sind auch mehr als 3500 Firmen mit österreichischer Kapitalbeteiligung in Rumänien registriert.

Die österreichischen Exporte nach Rumänien sind 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 16,3 Prozent auf insgesamt 1,438 Mrd. Euro angestiegen.

"Die Österreicher sind willkommen", meint Mlenajek Rolland-George vom österreichischen Baukonzern Baumit. "Die Österreicher waren auch die Ersten, die nach der Wende hier waren. Ihnen kommt auch zugute, dass sie schon aus historischen Gründen die Gegebenheiten vor Ort kennen", meint der Baumanager. Vor elf Jahren wurde die Niederlassung von Baumit in Rumänien gegründet und macht inzwischen mit 150 Beschäftigten einen Umsatz von 30 Millionen Euro.

Agrana ist seit acht Jahren in Rumänien aktiv, betreibt drei Fabriken mit 700 Beschäftigten und ist "die Nummer eins am Zuckermarkt", wie Emilian Dobrescu, der Direktor der Niederlassung, mit sichtlichem Stolz sagt. "Die Österreicher haben viel Druck gemacht, den Markt zu erobern", sagt er. "Es liegt nicht an uns, das zu mögen oder nicht", meint er zur starken Präsenz österreichischer Firmen in Rumänien. "Aber es herrscht keine feindliche Stimmung."

Ob der EU-Beitritt nun 2007 oder 2008 erfolgt, ist nach Einschätzung der beiden rumänischen Manager egal. "Wir bereiten uns darauf vor. Der Beitritt wird kommen. Aber wir hoffen natürlich auf das Jahr 2007, weil es insbesondere im Rechtsbereich einfacher wird", meint der Baumit-Manager.

Die Aussichten für österreichische Firmen in dem Land sind weiterhin sehr rosig, sind sich die beiden einig. Denn nach einem EU-Beitritt warten mehr als 60 Mrd. Euro an EU-Subventionen darauf, ausgegeben zu werden. Und 65 Prozent der Unternehmen in Rumänien haben im vergangenen Jahr schon zweistellige Wachstumraten erzielt. (afs, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.9.2006)

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    In vielen Bereichen gibt es in Rumänien noch Nachholbedarf und nach dem EU-Beitritt noch gefüllte Töpfe, von denen auch österreichische Unternehmen profitieren können.

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