Flughafen Bratislava: TwoOne beruft gegen Wettbewerbsbehörde

12. Oktober 2006, 13:48
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Flughafen-Konsortium bedauert "Fehlentscheidung": Wesentliche Argumente wurden nicht berücksichtigt

Wien - Das österreichische-slowakische Bieterkonsortium TwoOne um den Flughafen Wien wird wie angekündigt gegen den abschlägigen Bescheid der slowakischen Wettbewerbsbehörde Berufung einlegen. Die slowakischen Wettbewerbshüter hatten am Dienstag den Verkauf einer 66-Prozent-Mehrheit des Flughafen Bratislava an TwoOne untersagt, nachdem bereits zuvor die Regierung die Privatisierung des bisher staatlichen Airport gestoppt hatte.

Das Konsortium werde innerhalb der vorgesehenen Frist von 15 Tagen Berufung einlegen. Man gehe davon aus, "dass die slowakische Regierung das Berufungsverfahren abwartet und keine vertragswirksamen Schritte setzt, solange keine rechtskräftige Entscheidung vorliegt". Dem Flughafen Wien liege noch keine schriftliche Stellungnahme über die Behördenentscheidung vor, sagte TwoOne-Chef Michael Fazekas am Dienstag.

Instanzen

Mit dem Rekurs muss sich neuerlich ein Gremium der Wettbewerbsbehörde befassen. Nächste Instanz ist der Oberste Verwaltungsgerichtshof der Slowakei, dessen Spruch noch das internationale Schiedsgericht in Paris als nächsthöhere Instanz aufheben könnte.

TwoOne sieht im negativen Bescheid der Wettbewerbshüter "eine bedauerliche Fehlentscheidung": Wesentliche Argumente des Konsortiums seien nicht berücksichtigt worden, auf Vorschläge sei nicht weiter eingegangen worden.

Die vom Konsortium angestrebte Zusammenarbeit beider Flughäfen wäre eine große Chance - für die wirtschaftliche Entwicklung des Airport Bratislava ebenso wie für die gesamte Region, argumentiert TwoOne.

Das Konsortium besteht aus dem Flughafen Wien, der Raiffeisen Zentralbank (RZB) und der slowakischen Private Equity Group Penta. TwoOne war von der Vorgängerregierung zum Bestbieter für die beiden Flughäfen Bratislava und Kosice erklärt worden, im Februar wurde der entsprechende Vertrag unterzeichnet. Der Kaufvertrag für Kosice bleibt aufrecht. (APA)

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