Putin will Mitspracherecht in EADS-Leitung

4. Oktober 2006, 11:25
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Nach dem Einstieg Russlands beim europäischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzern will Präsident Putin Einfluss auf die Leitung durchsetzen

Moskau - Nach dem Einstieg Russlands beim europäischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS will Präsident Wladimir Putin auch Einfluss auf die Leitung des Unternehmens durchsetzen. Das Thema stehe auf der Tagesordnung bei Putins Besuch am 22. September in Paris, berichtete die Tageszeitung "Kommersant" am Dienstag in Moskau.

EADS hatte am Vortag bestätigt, dass die staatlich kontrollierte russische Wneschtorgbank (VTB) 5,02 Prozent Anteile an der Airbus-Muttergesellschaft erworben habe.

Satzungsänderung

In Paris solle geprüft werden, die EADS-Satzung so zugunsten Russlands zu ändern, dass der wichtige Minderheitsaktionär ein Mitspracherecht bekomme, zitierte das Blatt einen anonymen Experten der russischen Luftfahrtbranche. Anfang 2005 hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder im Beisein der Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Spaniens und Großbritanniens gedrängt, Russland an EADS zu beteiligen. Die Rede war von bis zu 15 Prozent.

Nicht mitentscheiden

"Der neue Aktionär ist eine Bank und kann nicht über die Geschäfte mitentscheiden", sagte dagegen EADS-Sprecher Christian Poppe. Laut "Kommersant" soll die VTB die Verwaltung ihres EADS-Anteils an den Flugzeugkonzern OAK übertragen. In diesem Konzern will Russland bis zum Oktober dieses Jahres die großen Verkehrsjet- und Kampfflugzeugbauer von Iljuschin und Tupolew bis zu Suchoi und MiG zusammenführen. (APA/dpa)

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    Wladimir Putin will ein Mitspracherecht.

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