Den Osten in die Hand nehmen

15. Jänner 2007, 09:40
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Serbien ist ein Boom-Markt - die Grundpreise verfünffachten sich in drei Jahren - Andreas Rechberger im Interview

Mit der Immo Result Property Development steigt einer der größten Ziviltechniker des Landes ins Immobilienentwicklungsgeschäft ein - und holt dafür den ehemaligen Porr-Manager Andreas Rechberger mit ins Boot. Über seine Beweggründe sprach er mit Gerhard Rodler.

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Standard: Vom Geschäftsführer der großen, international tätigen und renommierten Porr Solutions zum überschaubaren Kleinunternehmen Immo Result Property Development - ist das ein freiwilliger Schritt gewesen?
Andreas Rechberger: Natürlich! Es ist eine tolle Erfahrung, eine Firma, die noch dazu international tätig ist, neu aufzubauen. Hier läuft naturgemäß vieles anders wie in einem etablierten, international gut aufgestellten Konzern eben. Natürlich ist mir die Entscheidung, von der Porr Solutions nach vielen Jahren wegzugehen, nicht leicht gefallen. Aber die neue Aufgabe war eben verlockend.

Standard: Wie sieht die neue Aufgabe aus?
Rechberger: Die Immo Result Property Development baut ihre Aktivitäten in Serbien und in Bulgarien auf. Natürlich werden wir auch in Österreich aktiv werden. Aktuell haben wir in Belgrad ein 4000 Quadratmeter großes Büroprojekt in Entwicklung, wo wir Ende dieses Jahres mit dem Bau beginnen wollen.

Standard: Warum wagen Sie sich als Newcomer ausgerechnet über den eher riskanten serbischen Markt?
Rechberger: Wir haben in Serbien bereits ein Büroprojekt sehr erfolgreich realisiert und verfügen daher über tieferes Marktwissen und bessere Kontakte vor Ort als so manch großer Marktteilnehmer. Überdies ist Serbien ein Boom-Markt.

Standard: Erfahrungsgemäß steigen in solchen Phasen auch die Grundstückspreise rasant.
Rechberger: Ja, die Grundstückspreise haben sich in den zurückliegenden drei Jahren verfünffacht. Jetzt ist die Situation natürlich etwas schwieriger als beim ersten Projekt. Hier kommt uns unsere große Erfahrung entgegen, die uns zu einem Serbien-Spezialisten macht.

Standard: Mit Bulgarien gehen Sie aber noch einen Schritt weiter . . .
Rechberger: Da analysieren wir derzeit landesweit potenzielle Projekte. Die erste große Welle ist in Bulgarien zwar schon wieder vorbei, aber der Markt gibt noch immer sehr viel her. Es gibt beispielsweise kaum ein Shoppingcenter in westlicher Qualität, und auch die sechs, sieben großen bulgarischen Städte bieten noch ein sehr weites Betätigungsfeld. Ich gehe davon aus, dass auf dem Markt in zwei bis drei Jahren sehr viele Immobilienprojekte gestartet werden. Da wollen wir gern dabei sein.

Standard: Das alles hört sich für ein kleines Unternehmen nach ein bisschen viel auf einmal an.
Rechberger: So klein sind wir nun auch wieder nicht. Die Immo Result Property Development ist im Verbund von Vasko+Partner, mit über 150 Mitarbeitern einem der größten Ziviltechnikerbüros Österreichs. Im Übrigen ist es bei der Projektentwicklung ja so, dass nur ein Teil der geprüften Projekte auch tatsächlich realisiert wird. Der Vorteil eines kleinen Unternehmens wie dem unseren ist, dass wir sehr rasch und beweglich sind. Aber wir wollen uns natürlich keine Flops erlauben, und daher prüfen wird besonders genau.

Standard: Es ist schon ein ungewöhnlicher Schritt für einen Ziviltechniker, aus einem relativ sicheren Geschäftsbereich heraus in ein Risikosegment zu gehen. Ist das die Zukunft?
Rechberger: Vasko+Partner haben in Belgrad ja schon einmal ein Projekt entwickelt. Es war daher nur ein logischer zweiter Schritt, dieses Potenzial nun auf professionelle Beine zu stellen. In Zukunft werden Ingenieurleistungen auch die Immobilienentwicklung beinhalten müssen. Man wird sich nicht mehr leisten können zu warten, bis ein Auftrag kommt. (DER STANDARD Printausgabe 9/10.9.2006)

  • Andreas Rechberger: "Persönlicher Erfolg definiert sich nicht über die Zahl der zu verwaltenden Mitarbeiter, sondern über die Performance!"
    foto: vasko+partner

    Andreas Rechberger: "Persönlicher Erfolg definiert sich nicht über die Zahl der zu verwaltenden Mitarbeiter, sondern über die Performance!"

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