Hilda Bernstein gestorben

5. Oktober 2006, 08:20
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Die südafrikanische Schriftstellerin engagierte sich gegen die Rassentrennung in Südafrika

Johannesburg - Die südafrikanische Schriftstellerin und Anti-Apartheid-Aktivistin Hilda Bernstein ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Sie erlag bereits am Freitagabend (8.9.) in ihrem Haus in Kapstadt einem Herzversagen, wie ihr Sohn Keith am Montag mitteilte. Die gebürtige Britin war die Frau des 2002 verstorbenen Rusty Bernstein, der im Rivona-Prozess 1964 zusammen mit Nelson Mandela vor Gericht stand, im Gegensatz zum späteren südafrikanischen Präsidenten aber freigesprochen wurde.

Frauenorganisation

Das Ehepaar Bernstein hat sich ein Leben lang für den Kampf gegen die Rassentrennung in Südafrika eingesetzt. Beide waren als Weiße in der Kommunistischen Partei aktiv sowie im später verbotenen Afrikanischen Nationalkongress (ANC), der heutigen Regierungspartei. Hilda Bernstein war unter anderem Gründungsmitglied des Verbands südafrikanischer Frauen, der ersten Frauenorganisation ohne Rassenschranken.

Nach dem Rivona-Prozess, der Nelson Mandela ins Gefängnis auf Robben Island brachte, wurde den Eheleuten trotz des Freispruchs von Rusty das Leben so schwer gemacht, dass sie ins Exil gingen. Sie setzten sich über Land nach Tansania ab und später nach England, von wo aus sie ihren Kampf gegen die Apartheid fortsetzten. Nach dem Ende dieser Politik und den ersten freien Wahlen 1994 kehrten sie besuchsweise nach Südafrika zurück. Nach dem Tod von Rusty in Oxford 2002 ließ sich Hilda Bernstein in Kapstadt nieder. (APA/AP)

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