Der Folter verdächtiger Offizier nimmt sich das Leben

11. Juli 2007, 16:36
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Sprecherin von Menschenrechtsorganisation hegt Zweifel an Selbstmord-Theorie

Montevideo - Angesichts der mit 20 Jahren Verspätung nun auch in Uruguay einsetzenden Strafverfolgung wegen Verbrechen während der Militärdiktatur hat sich ein Militär im Ruhestand das Leben genommen. Rodriguez Buratti habe sich in seinem Haus in Montevideo erschossen, bevor er an diesem Montag vor dem Richter Luis Charles erscheinen sollte, berichteten nationale Medien. Er gehörte zu einer Gruppe von insgesamt acht Ex-Militärs und Polizisten, gegen die noch diese Woche Anklage erhoben werden sollte, hieß es weiter.

Eigentlich sind Militärs und Polizisten, die während der Diktatur (1973-1985) hunderte Menschen verschwinden ließen und zehntausende folterten, nach einer Amnestie von 1986 straffrei ausgegangen. Allerdings sind Taten im Ausland ausgenommen. Den verbliebenen sieben Verdächtigen wird vorgeworfen, 1976 im benachbarten Argentinien in einer Art Amtshilfe an der Verschleppung von vier Regimegegnern beteiligt gewesen zu sein.

Sprecher von Menschenrechtsorganisationen bedauerten den Tod Burattis, weil er über wichtige Informationen zum Schicksal von Verschwundenen verfügt habe. Irma Leites von der Organisation "Erinnerung und Gerechtigkeit" äußerte zudem Zweifel, dass sich der Militär selbst das Leben genommen habe. "In diesem Land geschehen merkwürdige Dinge", sagte sie. (APA/dpa)

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