Das macht mürbe

3. November 2006, 09:46
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"Für alle Fälle Fitz" war gut wie immer - Mühsam war es davor - Im "Tatort" stiefelte nämlich Kommissar Borowski ...

Mann, war das mühsam! Sonntagabend waren nämlich Krimis angesagt. Vor allem auf den nach siebenjähriger Pause und hier vorab dringend empfohlenen Fitz aus "Für alle Fälle Fitz" auf ZDF war man gespannt. Würde der dicke Suchtfetzen (Glücksspiel, Alkohol, Zigaretten ...) nach all den Jahren immer noch Schärfe, Witz und auch jene Boshaftigkeit besitzen, für die man ihn Ende der 1990er- Jahre so geschätzt hat, als er als schwergewichtiger Polizeipsychologe im tristen Manchester half, ebenso triste Morde aufzuklären? Die Antwort: Oh ja!

"Für alle Fälle Fitz" – im Original: "Cracker" – war gut wie immer. Mühsam war es davor. Im "Tatort" bei ARD stiefelte nämlich Kommissar Borowski durch einen seiner Fälle. Und zwar in bekannter Qualität, die Fitz gar nicht mal so unähnlich ist: also mäßig einfühlsam, ruppig und immer ein paar depperte Anspielungen zu viel im Text. Von den sexuell aufgeladenen Wortduellen mit der Polizeipsychologin Frieda Jung ganz zu schweigen.

Thema waren Bigamie und Mord, aber das war fast schon Nebensache. Mühsam war es nämlich wegen Peter Haber, der den ersten Offizier spielte: Herrschaftszeiten, woher kennt man denn dessen Gesicht? Es gibt eigentlich kaum etwas Enervierenderes beim Glotzen als solche Fragen: Woher kennt man den? Wo hat der mitgespielt? Das macht mürbe. Der Groschen fiel sehr spät. Plötzlich formten sich im Kopf zwei Buchstaben, und der Mund spie erlösend "J. R." aus: Peter Haber sieht aus wie J. R. Ewing aus "Dallas". Uff. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 12.9.2006)

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    foto:orf/marion von der mehden.
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