Musikwirtschaft und Filmwirtschaft verteidigen Urheberrecht an Schulen

9. Juli 2007, 11:33
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Schulpaket "Ideen sind etwas wert" erweitert - Unterrichtsprojekt der Österreichischen Musikwirtschaft geht ins zweite Jahr

Das Urheberrecht im Internet-Zeitalter ist derzeit eines der schwierigsten Themen der Kulturpolitik. Wo sich politische Parteien bei entsprechenden Anfragen eher zurückhaltend geben, versucht die Musikbranche seit einem Jahr, ihre Sicht der Dinge auch Schülern nahe zu bringen. Das Unterrichtspaket "Ideen sind etwas wert" rund um den Schutz geistigen Eigentums wurde 3.000 Mal bestellt und ist an 2.000 Schulen im Einsatz, sagte am, Montag, Franz Medwenitsch, Chef des Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI Austria), in Wien. Nun ist auch die Filmwirtschaft in das Projekt eingestiegen.

"Marktlücke im Bildungsangebot"

Im September 2005 wurde die Mappe, die eine "Marktlücke im Bildungsangebot" füllen soll, erstmals vorgestellt. Gezeigt wird darin u. a. , wie der kreative Prozess funktioniert, warum Ideen schützenswert sind, die Bedeutung von Kreativberufen und des Urheberrechts. Enthalten ist auch eine DVD, auf der ein Spot u. a. das Risiko von raubkopierten DVDs in "humorvoller Weise" aufzeigen soll.

Erwartungen übertroffen

Der Erfolg des Projekts habe die "kühnsten Erwartungen übertroffen", so Medwenitsch. Er verwies neben den 3.000 Bestellungen von Hauptschulen, AHS und Handelsakademien auf 30.000 Visits auf der Website sowie auf Anfragen aus Deutschland, Italien, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Polen und sogar Chile. 350 Schüler hätten zudem an Exkursionen zu Radiostationen, Labels, Tonstudios oder zur Musikuniversität in Wien teilgenommen.

"Schein und Wirklichkeit driften aber stark auseinander."

Da das Urheberrecht ein "wichtiges und heißes Thema für alle Kreativbranchen" sei, hat sich auch die Filmwirtschaft eingeschaltet. "Film ist ein Medium mit hoher Anziehungskraft", meinte Werner Müller, Geschäftsführer des Fachverbandes der Audiovisions- und Filmindustrie (FAF). "Schein und Wirklichkeit driften aber stark auseinander." Er ortete ein "großes Informationsdefizit" und zeigte sich erfreut, dass das Schulprogramm um filmspezifische Daten erweitert wurde. Neben Texten zur Filmgeschichte und Filmdidaktik gebe es auch ein Glossar, zudem seien Exkursionen geplant.

"Die verändern sich später nur noch schwer."

"Ideen sind etwas wert" wurde mit Unterstützung des Bildungsministeriums hergestellt. Der Leiter des pädagogischen Beirats, Heribert Pröbstl vom Wiener Haydngymnasium, sprach von einem "fix-fertigen Arbeitsprogramm", das "stark fächerübergreifend" funktioniere und einfach umzusetzen sei. Regina Niedermayer vom Brigittenauer Gymnasium ergänzte, dass es wichtig sei, Wertehaltungen schon früh zu vermitteln. "Die verändern sich später nur noch schwer."

"Mozartino"

Das Projekt wurde heuer zudem um den Jugendmusikwettbewerb "Mozartino" erweitert. An dem österreichweiten Kompositionswettbewerb schaffen Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren selbst "geistiges Eigentum, das honoriert werden soll": Das Siegerprojekt wird in einer professionellen Studioaufnahme realisiert, die Autoren, Komponisten und Texter erhalten Künstlerhonorare.(APA)

  • Gern gesehener Pirat

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