Dem Obersten Gerichtshof dürfte bald eine Frau vorstehen

5. Oktober 2006, 08:20
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Bisherige Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshofes, Irmgard Griss, von Justizministerin Gastinger als Präsidentin vorgeschlagen

Wien - Ab 1. Jänner 2007 dürfte erstmals eine Frau an der Spitze des Obersten Gerichtshofs stehen: Justizministerin Karin Gastinger (B) habe der jüngeren der beiden Vizepräsidentinnen, Irmgard Griss, den Vorzug gegeben und sie Bundespräsident Heinz Fischer zur Ernennung vorgeschlagen, berichtete "Die Presse" (Montagausgabe). Die 1946 geborene Steirerin ist erst seit 2006 Vizepräsidentin des OGH, 2005 war sie Senatspräsidentin.

Griss hat ihre Richterlaufbahn 1979 in Wien eingeschlagen. Vom Bezirksgericht für Handelssachen ging es über das Handelsgericht und das Oberlandesgericht Wien zum "Obersten", dem Griss seit 1993 angehört. Davor hatte sie als freie Mitarbeiterin im ORF-Landesstudio Steiermark und als Assistentin am Institut für zivilgerichtliches Verfahren an der Uni Graz gearbeitet.

Die zweite Spitzenposition, die am OGH neu besetzt wird, ist jene des Generalprokurators. Nachfolger von Walter Presslauer wird laut "Presse" Werner Pürstl, bisher Chef der für Straf- und Gnadensachen zuständigen Sektion IV im Justizministerium.

Für den Präsidentenposten gab es sechs hausinterne Bewerbungen. Neben Griss hatten sich auch die zweite Vizepräsidentin, Birgit Langer, die Senatspräsidentinnen Ilse Huber und Helge Schmucker sowie die zwei Senatspräsidenten Ronald Rohrer und Karl Mayrhofer beworben. Gastingers Sprecher verwies am Montag morgen darauf, dass die Ministerin noch nicht mit den KandidatInnen gesprochen habe. Bis das geschehen sei, wolle er keinen Kommentar abgeben. (APA)

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