Investitionen verstärken den Aufschwung

5. Oktober 2006, 18:59
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Laut Wifo liegt das BIP im zweiten Quartal um 3,2 Prozent über dem Vorjahr und fällt damit besser aus als erwartet

Wien – Nachdem der Aufschwung in Österreich zu Jahresbeginn etwas an Dynamik verloren hatte, hat sich die Expansion im zweiten Quartal 2006 beschleunigt. Um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigt stieg das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal real um 0,9 Prozent. Im ersten Quartal war die Wirtschaft um 0,6 Prozent gewachsen. Im Jahresvergleich erreichte das Wachstum im zweiten Quartal 3,2 Prozent und war somit kräftiger als im ersten Quartal (plus 3,1 Prozent). Dies teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Montag mit.

Die Konjunktur ist damit im Jahresabstand dynamischer unterwegs als erwartet: In seiner Schnellschätzung hatte das Wifo für das zweite Quartal ursprünglich einen realen Zuwachs von drei Prozent prognostiziert.

Der Konjunkturmotor schnurrt nicht nur in einzelnen Regionen, sondern mittlerweile in allen bedeutenden Wirtschaftsräumen. Gegenüber dem Vorjahr übertraf das Wachstum im Euro-Raum im zweiten Quartal jenes in den USA. Asiens Wirtschaft wächst weiterhin dynamisch, in Japan setzte sich die Erholung fort, die vor Kurzem eingesetzt hat.

Die rege Entwicklung der Weltwirtschaft stimuliert im Euro-Raum zunehmend die Binnennachfrage. Auch in Österreich: Zu Jahresbeginn waren die Wachstumsimpulse noch primär aus dem Ausland gekommen. Im zweiten Quartal zog die Investitionsnachfrage erheblich an. Das im Vorjahr noch schleppende Wachstum der Bruttoanlageinvestitionen beschleunigte sich und entsprach im zweiten Quartal mit real plus 2,2 Prozent gegenüber der Vorperiode beinahe dem der Warenexporte (plus 2,8 Prozent).

Prognose verschoben

Das Wifo wird die Herbstprognose für 2006 und 2007 angesichts der Indikatoren voraussichtlich nach oben revidieren (derzeit: 2,5 bzw. 2,1 Prozent BIP-Wachstum). "Die Wahrscheinlichkeit für eine Aufwärtsrevision ist höher als für eine Abwärtsrevision", deutete Wifo-Experte Marcus Scheiblecker am Montag an. Wegen der Nationalratswahlen am 1. Oktober veröffentlichen Wifo und das Institut für höhere Studien (IHS) die Prognose um einer Woche später als sonst üblich, nämlich am 6. Oktober. "Wir wollen die Konjunkturdaten aus der Politik draußen halten", sagt Scheiblecker. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.9.2006)

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