"Dem Glück auf der Spur ..."

Redaktion, 9. September 2006, 18:59
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Im Ausland erfreut sich die wissenschaftliche "Glücksforschung" bereits großer Aufmerksamkeit - auch in Österreich gibt es Initiativen

Seit 20 Jahren diskutiert die Welt die sogenannte "nachhaltige Entwicklung": unsere Bedürfnisse so zu befriedigen, dass künftige Generationen auch noch gute Voraussetzungen vorfinden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Anders gesagt: wie können wir glücklich sein (werden), ohne dass dieses Glück auf Kosten anderer Menschen und zukünftiger Generationen geht. Trotz vieler Bemühungen einzelner, aber auch auf nationaler und internationaler Ebene, können wir heute nicht garantieren, die Welt, in der wir leben, unseren Kindern so zu übergeben. Das Konzept "nachhaltiger Entwicklung" ist immer noch ein gesellschaftliches Randthema, scheint vielen nicht attraktiv genug zu sein, um es über den eigenen Vorteil, den kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg oder andere politische Ziele zu stellen.

Vielleicht liegt es daran, dass viele Menschen es nicht zu ihrem eigenen Leben in Beziehung setzen können. Was hat Nachhaltigkeit mit mir zu tun? Im Jahr 2003 hat eine Gruppe europäischer Nachhaltigkeitsforscher auf Einladung von SERI und Faktor 10 Institut in der Provence darüber nachgedacht, wie Nachhaltigkeit näher am Menschen formuliert werden kann. Die dort gefundene Formulierung hat jetzt beinahe unverändert Eingang in die unter österreichischer Präsidentschaft neu formulierte und beim EU Gipfel im Juni 2006 verabschiedete Europäische Nachhaltigkeitsstrategie gefunden: "The overarching objective of sustainable development (SD) is to secure and increase the quality of life for all people as a precondition for individual happiness." (--> siehe pdf-File). Zu deutsch: das generelle Ziel nachhaltiger Entwicklung sei es, die Lebensqualität aller Menschen zu sichern und zu erhöhen als Voraussetzung für das individuelle Glück – im offiziellen Dokument der EU heißt es dann "well-being" (zu deutsch: Wohlergehen).

Kriterien und Rankings

Nachhaltige Entwicklung ist somit ein ganzheitlicher Ansatz, erfordert ganzheitliches Handeln und benötigt übergeordnete Ziele, die sich die Menschen zu Eigen machen können, die sie berühren, damit es sich für sie lohnt, etwas in ihrem Leben im Sinne langfristiger und hoher ethischer Grundsätze zu ändern. Im Ausland erfreut sich die wissenschaftliche "Glücksforschung" bereits großer Aufmerksamkeit. Anläßlich des letzten G8-Gipfels in St.Petersburg veröffentlichte der britische Think Tank "New Economics Foundation" weltweite Daten zu dem von ihnen so genannten "(Un-)Happy Planet Index". Die Studie beurteilte die einzelnen Länder anhand der Zufriedenheit der Bevölkerung, ihrer Lebenserwartung und dem "ökologischen Fußabdruck". Dieser beschreibt den Verbrauch der natürlichen Resourcen eines Landes.

In der Region der "westlichen Welt" erreichte Österreich nach Malta (Platz 40) den zweitbesten Rang. Lebenserwartung und -zufriedenheit liegen hier zu Lande im positiven Bereich, besagt die Studie. Vor allem der "ökologische Fußabdruck" lässt zu wünschen übrig. Frankreich, Griechenland und Portugal erzielten auch bei der Lebenszufriedenheit nur mittlere Werte. Das Schlusslicht des Westens bilden die USA (Platz 150).

Im Herbst 2005 wurde in Gmunden die österreichische Glücksforschungsinitiative unter dem Namen "mitAnanda, Verein zur Förderung der Glücksforschung" gegründet – als Plattform dafür, das Thema auch in Österreich zu verbreitern und zu vertiefen. Warum verhalten sich Menschen oft entgegen ihr eigenes Glück? Wie verhält sich unser eigenes Glück mit dem anderer Menschen? Vor allem aber: Was sind die förderlichen und hinderlichen Rahmenbedingungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, Nachhaltigkeit als Voraussetzung für das Glück aller Menschen (immer und überall) zu verwirklichen?

Dass dieses Thema längst kein Randthema mehr ist, zeigt eine wachsende Zahl von Projekten: von der niederösterreichischen Landesregierung, über das Arbeitsmarktservice bis hin zur UNO.

Drei Beispiele:

Eine Region auf dem Weg zum Selbst

Die Region Niederösterreich-Mitte hat mit ihren Teilregionen beschlossen, einen strategischen Ansatz als Rahmen für eine zielgerichtete Landes- und Regionsentwicklung zu erarbeiten. Das Thema "Auf dem Weg zum Selbst" soll als regionale Entwicklungsstrategie aufgebaut werden. Gemeinsam mit Karuna Consult und RAUM-MENSCH-REGION-ORGANISATION begleitet SERI die Region NÖ-Mitte auf diesem Weg.

Berufung und Selbstwert als neuer Weg

Eine Maßnahme des AMS NÖ für Menschen, die über 50 Jahre alt und länger als 12 Monate ohne Beschäftigung sind.

• Persönlich gecoacht werden und dabei die eigene Berufung finden

• Intensiv an sich selbst arbeiten und dabei laufend betreut werden.

• Ideen erarbeiten und Erfahrungen austauschen – einzeln und in der Gruppe.

Selbst&Wert ist eine neue Methode zur Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls und damit der eigenen Leistungsfähigkeit.

Verwundbarkeit des Mensch-Umwelt-Systems: Herausforderungen und Möglichkeiten

Der Global Environment Outlook (GEO) ist das Vorzeigeprodukt des United Nations Environment Programme (UNEP). SERI arbeitet an Kapitel 8 von GEO-4 mit, der in 2007 publiziert wird. Das Kapitel behandelt Lebensqualität und Verwundbarkeit (vulnerability) und den Politikoptionen zur Verbesserung des Lebensqualität sowie zur Reduktion von Vulnerability des Mensch-Umwelt-Systems.

Von Friedrich Hinterberger

Zum Autor: Dr. Friedrich Hinterberger ist Leiter der SERI Nachhaltigkeitsforschungs und -kommunikations GmbH und Präsident des europäischen SERI Netzwerks.

Zum Weiterlesen:

SERI: Searching for happiness ...

Happy Planet Index

mitAnanda

World Database of Happiness

Selbst&Wert
Paul Pot
00
21.11.2006, 15:15
Ergebniss: Glückliche Menschen konsumieren weniger

WEG MIT DEM GLÜCK... aber keine Angst, wenn Schwarz wieder in der Regierung sitzt, dann werden sie sich schon darum kümmern, dass wir wieder brav depressiv einkaufen gehen und an jedem schwarzen angstvoll vorbeisehen, bis er endlich von der Polizei totgeprügelt worden ist...

laue nacht
00
16.5.2007, 22:37
richtig erkannt

wären wir glücklich, bräuchten wir weniger zum leben, müssten wir weniger arbeiten, würden wir weniger energie verbrauchen, wäre das mit dem klimawandel kein problem, es muß sich nur jemand finden, der der welt erklärt, dass wirtschaftswachstum nicht glücklich macht, speziell unglücklich macht z.B. steigende transporte, bedürfnisse schaffen die man eigentlich nicht hat sprich werbung, prestigedenken das diese bedürfnisse verfestigt, daher das soziale ansehen von materiellen gütern abhängig macht, präkere arbeitsverhältnisse die einzig der gewinnoptimierung dienen....

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