Kleiner Erfolg für Steinhof-Kritiker

24. Oktober 2006, 17:15
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Grünraum-Bebauung soll gestrichen werden

Wien – Seit Bekanntwerden der Pläne zum Verkauf eines Teils des Otto-Wagner-Spitals auf der Baumgarnter Höhe in Penzing gehen die Wogen zwischen Kritikern und Verteidigern des Projektes hoch. Von siebenstöckigen Gebäuden direkt neben der Kirche am Steinhof über Einfamilienhäuser zwischen den historischen Pavillons bis zur Sorge um den Erhalt des anschließenden Grüngürtels reichen die Befürchtungen von Opposition, und Denkmalamt – trotz ständiger Beteuerungen von Seiten der Stadtverwaltung bis hin zu Bürgermeister Michael Häupl, dass das denkmalgeschützte Jugendstil-Ensemble erhalten bleibe.

Bei der Bürgerversammlung im Theater am Donnerstagabend konnten die Kritiker zumindest einen Erfolg verbuchen: Der neue Planungsdirektor Kurt Puchinger versicherte, dass im Landschaftsschutzgebiet an der Grenze zum Erholungsgebiet Steinhof jegliche Bebauung untersagt werden soll. Denn der kleine Wald nördlich der Kirche könnte laut dem bisherigen Entwurf des Flächenwidmungsplanes zu 17 Prozent verbaut werden.

Die Penzinger Grünen sehen einen Grund für das Einlenken in dem „lautstarken Protest der Bürger“: Über 2000 schriftliche Stellungnahmen seien zum Flächenwidmungsplan abgegeben und mehr als 2500 Unterschriften für eine Petition zum Erhalt der Grünräume und für mehr Bürgerbeteiligung abgegeben worden.

Skeptischer zeigt sich Barbara Neubauer vom Bundesdenkmalamt: „Wenn jetzt der Grünraum bei den Steinhofgründen doch nicht verbaut werden soll, fürchte ich, dass der Verwertungsdruck auf das bestehende denkmalgeschützte Areal entsprechend größer wird.“ Schließlich wolle der Krankenanstaltenverbund über den Verkauf möglichst viel Geld lukrieren.

„Dass zwischen den Pavillons weiterhin eine Bebauung von fünf Prozent der Fläche vorgesehen ist, ist weder durch angeblichen Bedarf für Autoabstellplätze noch durch die Modernisierung des Krankenhauses schlüssig erklärt“, kritisiert auch die grüne Elisabeth Herzog. Sie fordert die Einrichtung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Anwohner und die Entwicklung eines Masterplans für das gesamte Areal. Ein Anliegen, dass auch das Denkmalamt unterstützt, das von Anfang an eine Studie vorgeschlagen hatte. (kri, frei, DER STANDARD - Printausgabe, 9./10. September 2006)

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