Baubranche: Förderung auch durch Männer erwünscht

11. Oktober 2006, 09:40
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Frauen haben den Verein "frauen bauen" gegründet, um den erschreckend geringen Frauenanteil zu heben

Der Frauenanteil in der Baubranche ist erschreckend gering. Vom Vorstand bis zur mittleren Firmenebene haben nahezu ausschließlich die Männer das Sagen. Damit sich das ändert, haben engagierte Frauen den Verein "frauen bauen" gegründet.


Frauen sind in technischen Berufen, speziell aber in der Baubranche extrem unterrepräsentiert. Spricht man mit BaumanagerInnen, so ist die Ausbeute mehr als gering: Eine der größten heimischen privaten Baufirmen, die in Gmünd beheimatete Leyrer & Graf hat bei insgesamt mehr als 1000 MitarbeiterInnen gerade einmal zwei Bauleiterinnen, bei der Porr (insgesamt 10.000 MitarbeiterInnen) sind es fünf und bei der Strabag (insgesamt 44.000 MitarbeiterInnen) sind es 91. Anders ist die Situation bei den ArchitekturstudentInnen an der Technischen Universität Wien, da liegt der Frauenanteil bereits über 50 Prozent. Den Grund dafür sieht Architektin Franziska Ullmann u. a. darin, dass Frauen kreativer sind.

Veränderungen

Grund genug für die beiden Architektinnen Regina Lettner und Freya Brandl den Verein "frauen bauen" zu gründen, der heuer erstmals drei Baufrauen des Jahres küren wird und zwar in den Sparten Auftraggeber, Umsetzung und Vermittlung. Die Preisverleihung erfolgt beim Frauen-bauen-Kongress am 23. September.

Den Bau-Frauen mangle es an Netzwerken, die einen Austausch ermöglichen, berichteten Lettner und Brandl. Die Leistungen von Frauen in der Baubranche seien viel zu wenig bekannt und die Hemmschwelle sich an eine Fachfrau zu wenden, sei immer noch zu hoch. Zudem wären interne Vernetzungen notwendig: Architektin erfährt von Schlossermeisterin, Bauherrin von Baumeisterin. Hier wäre ein Umdenken notwendig. Mehr Frauen in der Baubranche bedeuten bessere Berufschancen, ein höheres Einkommen; Veränderungen, die allen zugute kommen. (Claudia Ruff/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8./9.9. 2006)

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