Obstsäfte gegen Alzheimer

22. Jänner 2007, 16:43
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Die Polyphenole in Säften verringern das Risiko an Alzheimer zu erkranken, Stress fördert es

Washington - Der Konsum von Frucht- und Gemüsesäften senkt deutlich das Alzheimer-Risiko. Wer jede Woche mindestens drei Mal Obst- und Gemüsesäfte trinkt, hat laut einer US-Langzeitstudie eine um 76 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für die Demenzerkrankung als Menschen, die solche Getränke seltener als ein Mal pro Woche konsumieren. Dagegen fördern einer zweiten Studie zufolge Stresshormone die für die Krankheit typischen Proteinablagerungen im Gehirn.

Risiko Umweltfaktoren

In der ersten Studie untersuchte ein Team der Vanderbilt Universität in Nashville den Schutzeffekt von Säften an Menschen japanischer Abstammung in Japan, auf Hawaii und in Seattle. Alzheimer tritt bei in den USA lebenden Menschen japanischer Abstammung wesentlich häufiger auf als in Japan selbst, was offenbar durch Umweltfaktoren bedingt ist. Die Forscher befragten nun mehr 1.800 gesunde Personen nach ihrer Lebensführung und untersuchten dann bis zu zehn Jahre lang die Entwicklung der Teilnehmer.

Posivtiver Effekt durch Antioxidantien

Für den beobachteten Schutzeffekt sind laut einem Bericht des "American Journal of Medicine" nicht Vitamine verantwortlich, sondern bestimmte Antioxidantien, so genannte Polyphenole. Bisher sei jedoch nicht bekannt, ob eine bestimmte Art von Säften besonders effektiv vor der Krankheit schütze, erklären die Experten.

Proteine als Stressverursacher

In der zweiten Studie injizierten Neurobiologen der Universität von Kalifornien in Irvine jungen Mäusen mehrmals ein so genanntes Glukokortikoid, das körpereigenen Stresshormonen ähnelt. Daraufhin nahm im Gehirn der Tiere die Konzentration des Proteins Beta-Amyloid um 60 Prozent zu, und auch die Werte des Proteins tau stiegen an. Sowohl Beta-Amyloid als auch tau sind hauptsächlich an den Ablagerungen im Gehirn beteiligt. Die beiden Proteine wiederum führten laut "Journal of Neuroscience" bei den Mäusen zu einer verstärkten Bildung von Stresshormonen.

Stress vermeiden

Diese Studie ist den Forschern zufolge für die Therapie von Alzheimer in zweifacher Hinsicht wichtig: Zum einen sollten Mediziner im Frühstadium der Erkrankung verstärkt auf Stress-Management achten. Außerdem sollten Ärzte solchen Patienten möglichst keine Medikamente verschreiben, die Glukokortikoide enthalten. (APA/AP)

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    foto: ama/rita newman
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