Das Lesen kann beginnen!

28. Juni 2000, 12:16

Bereits zum 24. Mal wird der Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben - Bei uns werden Sie darüber auf dem Laufenden gehalten

Seit 24 Jahren zeigen junge AutorenInnen beim Ingeborg Bachmann Literaturwettbewerb in Klagenfurt wie sie mit Sprache umgehen. Eigentlich wollten die Geschwister Ingeborg Bachmanns aufgrund der Regierungsbeteiligung der rechtspopulistischen FPÖ die Verwendung des Namen ihrer Schwester untersagen. Nach der Zurücknahme des Preises des Landes Kärnten einigten sich die Veranstalter, der ORF und die Stadt Klagenfurt, jedoch mit den Erben, und so wird auch in diesem Jahr der Hauptpreis der Tage der deutschsprachigen Literatur den Namen Ingeborg Bachmanns tragen.


Ingeborg Bachmann

Im Musilhaus begann am Sonntag um 20.30 Uhr der 4. Klagenfurter Literaturkurs. Er wird von der Kulturabteilung der Stadt und dem ORF veranstaltet und geht den "Tagen der deutschsprachigen Literatur" (Ingeborg Bachmann-Wettbewerb) voran.

Jeweils am Ende eines Kurstages lesen die zehn Stipendiaten und Stipendiatinnen öffentlich aus ihren Texten. Sie werden dabei von Schauspielern unterstützt. Außerdem werden die in Zürich lebende Schriftstellerin Ilma Rakusa, der Deutsche Autor Thomass Hettche und der Wiener Ferdinand Schmatz (Gewinner des Christine Lavant-Lyrikpreises 1999) als Gesprächspartner für die gemeinsame Arbeit an den eingereichten Texten zur Verfügung stehen.

Lesungen ab Montag

Die Lesungen beginnen am Montag (26. Juni) um 20.00 Uhr im Musilhaus. Tags darauf (27.) können ab 16.00 Uhr bei einer "offenen Podiumsdiskussion" aktuelle Fragen des Literaturkurses besprochen werden. Am Mittwoch (28.) um 16.00 Uhr findet eine Podiumsdiskussion zum Thema "Literatur und Politik" statt. Dabei werden mit Eva Demski, Milo Dor, Hugo Loetscher und Norbert Niemann prominente Autoren und Autorinnen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland Stellung beziehen. Parallel dazu läuft die Ausstellung "Mehr Lebensfreude, weniger Harndrang" von Arne Rautenberg.

Die heurige "Tage der deutschsprachigen Literatur" werden am 28. Juni im ORF-Theater in Klagenfurt eröffnet. Das Wettlesen dauert bis einschließlich 2. Juli. Das Interesse ist heuer besonders groß. Schon vor der Präsentation des Programms gab es mehr als 180 Anmeldungen, also weit mehr als die Jahre zuvor. Für die renommierte Auszeichnung sind 16 Autorinnen und Autoren nominiert; eine siebenköpfige Jury wird nach ausgiebigen Lesungen eine Gewinnerin oder einen Gewinner küren.

Das Wettlesen ist mit 640.000 Schilling (46.500 Euro) dotiert. Der Hauptpreis mit 250.000 Schilling. An Stelle des Preises des Landes Kärnten wird heuer ein "Preis der Jury" vergeben. Die 120.000 Schilling hat die Telekom Austria übernommen. Neben dem österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer werden der von Verlagen gestiftete Ernst-Willner-Preis, der 3sat-Preis und zwei Stipendien vergeben.

Die Zuerkennung eines Preises oder Stipendiums in Klagenfurt kann eine Eintrittskarte ins literarische Establishment bedeuten. 3sat, der Kulturkanal der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten Deutschlands, der Schweiz und Österreichs wird die Lesungen Live übertragen. (red)

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