Vossloh auf Partnersuche

5. Oktober 2006, 16:08
posten

Verkehrstechnikkonzern plant Verkauf der defizitären Informationssparte -Profitables Diesellok-Geschäft soll mit Partner weiter geführt werden

Düsseldorf - Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh will sich im Zuge seiner Neuausrichtung von der defizitären Informationssparte trennen und sucht für das Diesellok-Geschäft strategische Partner. Das Kerngeschäft Bahninfrastruktur und Schienenfahrzeuge soll vor allem im Ausland organisch, aber auch durch Zukäufe wachsen, wie das im Nebenwerteindex MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf ankündigte.

Gewinn vor Umsatz

Dabei stehe die Gewinnverbesserung vor dem Umsatzwachstum. Ziel sei ein zweistelliger Wert bei der operativen Gewinnmarge. Dies soll unter anderem durch jährliche Kosteneinsparungen im Einkauf und in der Produktion in Höhe von insgesamt 25 Mio. Euro erreicht werden. Zudem stellte Vossloh parallel zu künftigen Gewinnsteigerungen höhere Dividenden in Aussicht.

Vorstandschef Burkhard Schuchmann hatte das Unternehmen zu Jahresbeginn im Streit über die Konzernstrategie verlassen. Er wollte auch durch Zukäufe den Umsatz mittelfristig verdreifachen. Sein Nachfolger Gerhard Eschenröder hatte eine Überprüfung der Konzernstrategie direkt nach seinem Amtsantritt angekündigt.

Das profitable Diesellok-Geschäft mit seinen Produktionsstandorten in Kiel und Valencia soll künftig mit einem Partner ausgebaut werden. Alleine könne der Konzern die Expansion nicht stemmen. Vossloh sieht sich in dem Bereich als europäischer Marktführer.

Informationssparte tiefrot

Von dem kleinsten Bereich, der defizitären Informationssparte mit einem Umsatz zwischen 40 und 60 Millionen Euro, will sich Vossloh komplett trennen. Im Konzern sei dieses Unternehmen, das unter anderem Anzeigetafeln für Bahnhöfe herstellt, nicht aus den roten Zahlen zu holen, sagte Vossloh-Chef Eschenröder.

Vossloh setzt auf deutliche Wachstumsimpulse aus China. Wegen der Olympiade im Jahr 2008 plane China große Infrastrukturprojekte, an denen Vossloh möglicherweise einen größeren Anteil erhalten werde, sagte Eschenröder. "Sollte China tatsächlich kommen, würden wir etwa 50 bis 100 Mio. Euro Zuwachs ab 2007 haben", erklärte er.

Einen ersten kleineren Auftrag über 19 Mio. Euro habe Vossloh bereits in die Bücher genommen. In den kommenden zwei Monaten seien die Entscheidungen über die großen Projekte zu erwarten, für die Vossloh Schienenbefestigungssysteme liefern würde. (APA/Reuters)

Link
Vossloh
Share if you care.