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WebStandard: Welche Rolle spielen Sie in der Wikipedia-Community und wie würden Sie Ihre Aufgabe beschreiben?
Jimmy Wales: Ich bin vor allem ein Mediator, ich versuche den Mitgliedern die Arbeit zu erleichtern. Aufgrund meiner Herkunft habe ich eine engere Verbundenheit zur englischsprachigen Gemeinde, dort agiere ich primär als Ratgeber und versuche meine Erfahrung weiterzugeben. Momentan verbringe ich den Großteil meiner Zeit mit Pressegesprächen. Ich repräsentiere unsere Aufgabe nach außen hin und versuche die Idee und Philosophie dahinter zu verbreiten.
WebStandard: Wie funktioniert das Wikipedia-Netzwerk und wie ist die Beziehung zwischen der englischsprachigen und den unterschiedlichen Communities weltweit?
Jimmy Wales: Wir sind mittlerweile in über 100 Sprachen zuhause. Wobei 20 davon als Kommunikationsbasis gesehen werden können. Rein technisch gesehen nützen wir Internet-Chats, Mailing-Listen oder IRC-Channels, um uns zu verständigen. Länderspezifisch gibt es natürlich Unterschiede. So ist die Kommunikation zwischen der englischen und der deutschen Gemeinde recht intensiv, da Englisch hier als Standard fungiert, während der Austausch mit den japanischen Mitgliedern wesentlich schwerer von Statten geht.
Der Grund weshalb englisch so dominant ist, liegt an der Art und Weise, wie Artikel verbreitet werden. Fremdsprachige Einträge werden übersetzt und erreichen so die Leser weltweit – fälschlicher Weise wird oft angenommen, Englisch sei in den meisten Fällen die Sprache der Originalquelle. Ohne Standard würde das System nicht funktionieren, aber wir bemühen uns niemanden auszuschließen.
WebStandard: In einem früheren Interview sagten sie einmal, der Heavy Metal Umlaut-Artikel wäre Ihr liebster Wiki-Eintrag. Das ist nun ein Jahr her, haben Sie ihre Meinung inzwischen geändert?
Jimmy Wales: Nein, nicht wirklich, das ist immer noch eine großartige Geschichte. Ein weiterer Artikel, den ich noch sehr schätze ist Inherently Funny Word. Was ich an ihm mag, ist die wie er sich entwickelt hat. Zuerst war es eine sehr schlecht erzählte Geschichte, die von lustigen Wörtern handelte. Bis zu dem Zeitpunkt als sich immer mehr Leute dem Thema annahmen und meinten, daraus einen vollwertigen Eintrag zu formen. Auch Comedians wie Seinfeld oder die Schöpfer von The Simpsons verbauten die Idee - dass manche Witze einfach nur dadurch lustig werden, weil man ein lustig klingendes Wort darin einbringt - in ihre Sendungen. So wurde im Endeffekt aus absolutem Nonsens tatsächlich ein interessanter Artikel. Im Brockhaus würden Sie den wahrscheinlich nicht finden.
WebStandard: Welchen Eintrag haben Sie zuletzt nachgeschlagen?
Jimmy Wales: Erst gestern habe ich Attila the Hun gelesen. Ich war noch in Budapest und der Organisator der Reise hieß Atilla. So habe ich mir erhofft, mir anhand des Artikels einige witzige Bemerkungen zusammenreimen zu können.
WebStandard: Verwenden Sie eigentlich auch klassische Enzyklopädien wie die Encyclopædia Britannica?
Jimmy Wales: Also, ich hab seit meiner Kindheit niemals eine Ausgabe der Britannica besessen.
WebStandard: Nicht einmal zur Zierde eines Buchregals?
Jimmy Wales: Ja, als Möbel würde sie sich vielleicht gut machen. Nein, im Ernst, meiner fünfeinhalbjährigen Tochter habe ich ein Nachschlagewerk für Kinder gekauft, da die Sprache für Kinder ausgelegt wurde.
WebStandard: Es gibt also noch Verwendung für konventionelle Enzyklopädien?
Jimmy Wales: Ja, klar.
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ist die Demokratisierung des Allgemeinwissens.
Zu mindestens für die Computerbesitzer.
Die allgemein wissenschaftlichen und teilweise auch die speziellen Artikel sind dermaßen gut da kann man nur den Hut ziehen. Die wenigen Fakes und die paar Trolle zählen bei der Menge an Information statistisch nicht mehr wirklich.
Das Ganze auch noch quasi weiter verwertbar als Werkzeug anzubieten ist auch ein schöner Zug.
ich lese gerne in wikipedia, .. und ganz ehrlich, troll hin troll her, ... wenn ich zb. nachschaue welche Arten von Geiern es auf der Welt gibt und wo sie leben dann wird die Information dort wohl kaum gefaelscht sein.
.. jeder kann sich selbst ausmalen welche informationen eher einen bias haben und welche nicht... dementsprechend muss man dann halt skepsis walten lassen. .
... aber bitte, wir sind ja alle alt genug um unser Hirn einzuschalten oder?
Und wenn ich wirklich auf einen Fehler draufkomme, dann kann ich ja editieren, .. nur herum raunzen gilt nicht.
Schon spannend mit welcher Vehemenz manche Poster hier gegen den Gedanken von Free-Software / Knowledge angehen. Es gibt offensichtlich die Gruppe der uuuur Gebildeten, die selbstverständlich nur in der EB nachschlagen wenn sie einmal etwas nicht wissen - was ja ohnehin ganz selten vorkommt. Die anderen brauchens immer ein wenig strenger und da passt ein anarchistisches System wie ein freies Lexikon auf keinen Fall ins Denkschema.
Wer sagt denn, dass Wiki für alles und jeden die beste Lösung ist? Genausowenig, wie Google nur perfekte Treffer liefert, muss man auch bei Wikipedia ein wenig mitdenken. Jeder regelmäßige Nutzer weiss, dass man keine ideologisch besetzen Inhalte nachschlagen braucht - der Rest ist dafür meist wirklich gut.
In der Praxis verwenden viele Menschen die Wikipedia aber leider ziemlich blind. Zumindest berichten mir das Uni- und AHS-Lehrer in meinem Bekanntenkreis (gilt auch für Google).
Ist sicher hauptsächlich eine Frage der Medienerziehung. Ein Grund, warum ich hier so kritisch poste ist ja die Hoffnung, einigen Naiven den Glauben an die heile Wikipedia-Welt durch etwas Skepsis zu würzen.
es ist auf jedenfall eine frage der medienerziehung. in der schule sollte zuersteinmal gelehrt werden was diese neuen medien jetzt sind, wie sie funktionieren, etc.
mal blind referate abschreiben, tja, dafür gibts halt nicht das große wissen fürs leben. umgang mit den medien lernen ist viel wichtiger
und nochwas, mal ehrlich, bezieht sich das jetzt nur auf die wikipedia, oder gilt das nicht ganz allgmein für alles was so im netz gefunden wird?
Ich habe während meiner Zeit als Schüler wohl kein einziges Mal den Brockhaus zur Hand genommen - obwohl er bei uns rum stand. Es ist doch ein enormer Fortschritt, wenn Kinder mit einem Lexikon arbeiten. Da kann man auch kleine Unstimmigkeiten verkraften. Aber natürlich sollte ein Lehrer sie auf die Einschränkungen hinweisen, die ein solches Medium kennzeichnen - insbesondere bei politisch brisanten Themen.
In der ganzen Diskussion wird auch immer vergessen, dass nicht jeder ein herkömmliches Lexikon zur Hand hat, oder sich das leisten kann. Wikipedia ist vor allem auch für Mensche ein Segen, die zu herkömmlichen Wissensquellen keinen Zugang haben. Wie viele Menschen in Rumänien haben wohl eine EB zu Hause stehen?
ich komm zwar nicht aus Rumänien, habe aber trotzdem keine Encyclopaedia Britannica oder den Brockhaus zu Hause herumstehen. Auch kein s..teures Abo für die Internetausgaben. Dabei gehöre ich weder zur untersten Bildungsschicht noch sind wir besonders arm. Ich komme einfach auch so aus: mit dem Internet. Der Trick ist nur, etwas skeptisch zu sein und nicht alles zu glauben UND mehrere Quellen zu Rate zu ziehen.
P.S. bei wissnschaftlichen Themen liegt - angeblich - die Fehlerquote der EB nur knapp unter der von wikipedia!
Kommt darauf an, ich brauche hauptsächlich Informationen aus dem medizinischen Bereich und da sind 2 Jahre schon zu viel. Selbst in älteren med. Fachwörterbüchern finde ich gewisse Begriffe nicht. Im Internet gibt es mehrere Seiten und man kommt eigentlich recht schnell drauf, welchen man vertrauen kann. Bei wikipedia bin ich eigentlich immer recht gut gefahren - man muss das Gefundene natürlich immer überprüfen.
ich verstehe die kritik gut, sie stimmt vermutlich auch für "normale" lexika.
aber wikipedia ist das nicht. daher muss es nicht so sein wie die. daher muss es nicht einheitlich sein wie die. daher muss es nicht zitierbar sein wie die.
was es muss: die kommunity muss regulativ eingreifen. und das bedeutet es muss eine grosse, gute basis da sein.
und: glück gehabt, is da.
der punkt ist: es ist so wie der unterschied zwischen einem bus und einem auto.
mit dem auto kommt man rasch irgendwohin. man interagiert aber nur begrenzt mit den leuten, die zum selben ziel wollen.
mit dem bus kann man mitfahren, mit dem fahrer reden, man hält irgendwo an, man ist langsamer aber es ist oft witziger! und ankommen tut man oft auch.
alles kann was anderes.
is doch eher der standard der hier bezieht :)
"WebStandard: Verwenden Sie eigentlich auch klassische Enzyklopädien wie die Encyclopædia Britannica?"
und ich habs ja mit autos und bussen verglichen. (was ich aich lustiger und kreativer find)
is ja auch wurscht. es is jedenfalls nicht so ein total unbrauchbarer mist wie hier einige darstellen. es hat durchaus seine qualitäten. halt nicht alle die ein brockhaus oder so hat. der steht bei meinen eltern und ist im gegensatz zu viele wikipediaeinträgen saufad und mich verwirrend zu lesen. dafür kann ich ihn zitieren.
alles manchmal gut und manchmal schlecht :)
- Viele Artikel sind fehlerhaft (auf unterschiedlichen Ebenen)
- Die Artikel sind extrem uneinheitlich (von oberflächlich bis für Laien unverständlich)
- Die historischen, politischen etc. Artikel sind oft ideologisch beeinflusst (implizit / explizit)
- Wissenschaftlich nicht zitierfähig
- Biographische Artikel werden regelmäßig gefälscht (Politiker etc.)
- Man weiß zu keinem Zeitpunkt, ob die Fakten verlässlich sind, da ein Troll sie ein paar Minuten vorher hätte verändern können
- Es gibt kein Gesamtkonzept bei großen Wissensgebieten (z.B. Weltgeschichte)
- Keine Orientierungsfunktion, was die Unterscheidung vonr relevanten und irrelevanten Wissen angeht
- Falsche Prioritätensetzung bei Artikeln (Länge. Auswahl)
uneinheitlich - würde sagen, angepasst. fachartikel sind für fachideoten. allgemeines für alle.
verlässlich/gefälscht -> dafür gibts die talk page und die history. zwei extrem nützliche dinge die es von jedem lexikon in gedruckter form abhebt - und trolle schnell entlarvt
ideologisch -> siehe talk page mit teils sehr interessanten diskussionen, teilweise steckt da mehr dirn als im artikel selber.
relevanz: und wer entscheidet was nützliches und unnützes wissen ist??? wenn ich jetzt was über XYZ wissen möchte und es unnützes wissen ist steht dann dort "unnütz / page deleted!" ? -- klar gibts das zu hauf bei den zu löschenden seiten, aber im allgmeinen soll dsa bitte keine entscheiden
gesamtkonzept: es gibt übersichtsseiten, buchprojeke
was relevant und irrelevant ist, muss jeder selber entscheiden. das kann keine orientierungsfunktion leisten.
meiner erfahrung nach sind die artikel meist sehr gut und nicht fehlerhaft. fehler können auch bei jedem anderen lexikon passieren.
sehr brav! jetzt das ganze in einen wikipedia artikel!
sehr gut, setzen.
und jetzt die Pro´s (auch unvollständig)
-beinahe jeder kann beinahe jederzeit sein wissen mit einbringen.
-es ist wesentlich schneller überarbeitbar als eine "konservative" sammlung von wissen und daher wesentlich aktueller
-es hat kaum mehr fehler als "britannica" (3 fehler pro artikel dort, 4 fehler pro artikel in wikipedia)
-es ist gratis
-es wird gefördert und fördert die wikipedia kommunity und nur autoren wird getraut die zuverlässig sind, jeder der möchte kann da dabei sein
-die länge der artikel sind je nach interesse länger oder kürzer
-viele sprachen
-wissen wird nicht gewichtet oder gewertet sondern zur verfügung gestellt
-eine riesenanzahl kontrolliert
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