BAE Systems steigt bei Airbus aus

5. Oktober 2006, 17:34
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Der britische Rüstungskonzern verkauft seine Anteile am europäischen Flugzeugbauer für 2,75 Milliarden Euro - Airbus befindet sich nun allein in der Hand von EADS

London - Der britische Rüstungskonzern BAE Systems verkauft seinen 20-prozentigen Airbus-Anteil für 2,75 Milliarden Euro an den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, der damit Allein-Eigentümer des europäischen Flugzeugbauers wird. BAE Systems hatte bereits im April angekündigt, den Anteil an EADS verkaufen zu wollen und eine entsprechende Option gezogen.

Barzahlung

Die beiden Seiten konnten sich aber nicht auf einen Preis einigen, weshalb die Investmentbank Rothschild als Vermittler beauftragt wurde. Diese bewertete den Anteil mit 2,75 Milliarden Euro deutlich unter den Erwartungen von BAE und Experten. EADS will die Kaufsumme aus seiner mit 5,9 Milliarden Euro gut gefüllten Firmenkasse bar begleichen.

BAE Systems erklärte am Mittwoch, das Direktorium sehe Airbus kurz- bis mittelfristig vor "Herausforderungen" stehen. BAE gehe davon aus, dass ein erheblicher Aufwand an Zeit und Geld bei Airbus erforderlich sei, "um die Dinge zu lösen, denen Airbus derzeit ausgesetzt ist". Branchenexperten gehen davon aus, dass sich BAE auf sein Kerngeschäft Rüstung konzentrieren und mit dem Verkauf zudem verhindern will, hohe Kosten für die Entwicklung neuer Airbus-Modelle mit tragen zu müssen.

Aktienrückkauf

Netto werde der Verkauf etwa 1,8 Milliarden Euro in die BAE-Kasse spülen, erklärte das Unternehmen. Bis zu 500 Millionen Pfund sollten die Aktionäre über einen Aktienrückkauf erhalten. BAE hatte erklärt, den Erlös in den Ausbau seines transatlantischen Rüstungsgeschäfts und die Raumfahrt stecken.

Einige Analysten hatten anfangs geschätzt, BAE könne den Anteil für fünf Milliarden Euro verkaufen. Auch BAE hatte auf einen höheren Preis gehofft und deshalb PricewaterhouseCoopers mit einer weiteren Überprüfung des Airbus-Wertes beauftragt. Der Verkaufs-Entscheid vom Mittwoch wurde den Angaben zufolge nach Erörterung dieser Überprüfung getroffen. Die BAE-Aktionäre müssen dem Verkauf noch zustimmen. Wenn sich BAE jetzt gegen das Geschäft entschieden hätte, hätte der Konzern erst im Mai 2007 seine Verkaufsoption ziehen können.

Lieferverzögerungen

Ein Grund für den eher niedrigen Preis sind die erneuten Lieferverzögerungen des Airbus-Prestigeobjekts A380, die Airbus rund zwei Monate nach Bekanntgabe der BAE-Verkaufsabsichten eingeräumt hatte. Die sich aus den A380-Problemen ergebenden Belastungen für den Mehrheitseigner EADS hatten zu einer deutlichen Minderung des Börsenwerts geführt - und somit auch des Wertes von Airbus.

Der französische EADS-Chef Noel Forgeard und Airbus-Chef Gustav Humbert hatten in der Folge ihre Posten räumen müssen. Neben den Problemen mit dem A380 und damit verbundenen Strafzahlungen muss Airbus derzeit auch die Überarbeitung seines neuesten Langstreckenjets A350 XWB stemmen. Nach der Komplettübernahme soll Airbus stärker in den EADS-Konzern integriert werden. (APA/Reuters)

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    Analysten hatten geschätzt, BAE könne den Anteil für fünf Milliarden Euro verkaufen.

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