Flüchtlinge in Dover an Kohlendioxidvergiftung gestorben

23. Juni 2000, 23:12

Lüftungsklappe des Lkw war geschlossen

Dover - Die 58 in Dover tot entdeckten Flüchtlinge sind ersten Ermittlungsergebnissen zufolge an einer Kohlendioxidvergiftung gestorben. Die illegalen EinwanderInnen aus China erstickten, weil eine Lüftungsklappe in dem Container vermutlich die ganze Fahrt über geschlossen gewesen sei, sagte der Gerichtsmediziner Graham Perrin während der ersten gerichtlichen Anhörung am Freitag in Dover.

Die Flüchtlinge hätten versucht, um Hilfe zu rufen, und mit ihren Schuhen gegen die Containerwände getreten, so Perrin. Die Dauer ihres qualvollen Todes schätzte der Mediziner auf eineinhalb bis fünf Stunden. Gegen den Fahrer des niederländischen Lastwagens, Perry Wacker, ermittelt die britische Justiz wegen fahrlässiger Tötung. Das zuständige Gericht im südenglischen Folkstone entschied am Freitag, dass der 32-Jährige mindestens bis Freitag nächster Woche inhaftiert bleibt.

Die Klappe sei während der gesamten Fährüberfahrt von Zeeebrügge nach Dover geschlossen gewesen, sagte Perrin. Unklar blieb zunächst, wer die Klappe und mit welchem Motiv geschlossen hatte. Es sei erstaunlich, dass zwei der Eingesperrten überhaupt überlebt hätten, sagte der Mediziner. Der Tod ihrer Mitreisenden habe ihnen vermutlich das Leben gerettet, weil sie dadurch wieder mehr Luft zum Atmen gehabt hätten. (APA)

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