TV-Interview: Rest der Welt musste warten

9. Oktober 2006, 16:41
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Erst seit Donnerstag, 0.00 Uhr dürfen es Programme außerhalb Österreichs und Deutschlands senden, davor allein ORF und RTL - 120 Sender wollten Interview

Bis Mitternacht verhandelten die ORF-Verkäufer mit Fernsehstationen aus aller Welt über das erste TV-Interview mit Natascha Kampusch. Erst ab Donnerstag, 0.00 Uhr, durften es Programme außerhalb Österreichs und Deutschlands senden, davor alleine ORF und RTL. 120 Fernsehstationen weltweit wollten das Interview oder Ausschnitte. CNN und große US-Networks wie ABC und CBS etwa fragten an, für große Nachrichtenshows wie "Good Morning, America" und "60 Minutes". Ernstes Interesse kam aus aller Welt, etwa aus Australien, Japan, Russland.

Fix waren laut ORF zu Redaktionsschluss in Europa etwa Frankreichs größter Privatsender TF1, Antena 3 (Spanien), La 7 (Italien), SRG (Schweiz), TV 2 (Dänemark), TV 4 (Schweden), SBS (Niederlande) und NRK (Norwegen). Der Erlös aus diesen Programmverkäufen geht zur Gänze an Kampuschs Fonds. Der ORF zahlt wie berichtet nicht für das Fernsehinterview, übernimmt aber kostenlos seine Vermarktung. Als erste Station kaufte der deutsche Privatsender RTL die Rechte für eine sechsstellige Summe. Kolportiert, aber nicht bestätigt wurden wie berichtet rund 200.000 Euro.

Zeitgleich um 16.30 Uhr am Mittwoch durfen Krone und News ihre Interviews mit Kampusch vermarkten. Im Gegensatz zum ORF zahlen sie: Kolportiert werden Ausbildung für Kampusch, soziale Absicherung, lebenslanger Job.

Erstes Heft ins AKH

News-Boss Oliver Voigt brachte Kampusch die erste Ausgabe Mittwoch kurz nach 13 Uhr ins Wiener AKH samt einem Strauß dunkelrosa Wildrosen. Voigt dankte Kampusch auch im Gespräch mit dem STANDARD für das Vertrauen in sein Heft, das es "mit dieser Ausgabe voll erfüllt" habe. Er lobte das "überragende Teamwork" in seinem Verlag. Und Interviewer Alfred Worm habe "sich selbst übertroffen". Wie die Krone, die eigens früher andruckte, erhöhte Voigt die Auflage massiv auf insgesamt 425.000 Stück. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 7.9.2006)

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