Hintergrund: Mitgliederzahlen sinken konstant

Redaktion
19. September 2006, 20:44

Wer KPÖ-Mitglied werden will, hat es nicht leicht

Die KPÖ gibt es seit 1918. Sie versteht als Fortsetzung der jahrhundertealten Tradition des Widerstandes gegen Ungerechtigkeit und soziale Missstände in Österreich.

Die Kommunisten sehen sich als die "politischen Erben des Bauernkrieges von 1626, der Arbeiterbewegung, der Rätebewegung 1918/19 und des Februaraufstands 1934." Der Widerstand gegen den Hitlerfaschismus 1938-45, der Oktoberstreik 1950, die Friedensbewegung der 80er Jahre, die Bewegungen gegen EU-Beitritt und Sozialabbau in den 90er Jahren sind laut Partei-Webseite Bezugspunkte für die Tradition der KPÖ.

KPÖ-Mitglied kann man laut Partei-Webseite werden, indem man ein Beitrittsformular ausdrückt und ausgefüllt per Post einschickt, faxt oder mailt: "Wir melden uns dann bei Ihnen, um gemeinsam über die weitere Vorgangsweise zu sprechen." Wieviele UnterstützerInnen sich von dieser Hürde nicht abschrecken ließen, ist nicht ganz klar: Das Handbuch "Politik in Österreich" nennt für 2004 einen Mitgliedsstand von 3.500, - das sind 13 Prozent der WählerInnen bei der letzten Nationalratswahl (1949 waren es 150.000 Mitglieder, also etwa 70 Prozent der WählerInnen).

Entwicklung der Mitglieder- (letzte Angabe 1979) und WählerInnenzahlen laut KPÖ:

Wähler, Mitglieder und Organisationsgrad

Jahr

Wähler

Wähler in Prozent

Mitglieder

Organisationsgrad in Prozent der Wählerstimmen

1979

45,280

0,96

17,000

37,54

1983

31,192

0,66

???

???

1986

35,104

0,72

???

???

1990

25,682

0,55

???

???

1995

13,689

0,29

???

???

1999

22,016

0,48

???

???

2002

27,568

0,56

???

???

(red)

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Interessant ist aber, dass die Stimmen dafür seit 1995 konstant steigen....

...wie Ihrer eigenen Tabelle ja zu entnehmen ist. Ich denke, dass der Verlust von Mitgliedern ALLEN Organisationen (nicht nur Parteien) derzeit zu schaffen macht - eine Folge der Individualisierung der Gesellschaft.
Im Übrigen kandidieren auf den Listen der KPÖ immer auch parteifreie SympathisantInnen, ebenso gibt es AktivistInnen, die (noch) nicht der Partei angehören.

Habidere! Die Rechte wird immer Stärker, Schüssel triumphiert... Dann erklären Sie mal, warum. Da es nämlich in diesem Land KEINE linke Partei gibt, die das verhindern konnte. Reden Sie sich nicht aus! Mit Ausnahme der Steiermark ist in dieser KPÖ eine permanente Abwanderung der linken Intellektuellen und SypathisantInnen vor sich gegangen, die mit dem Verkauf des EKHs ihren Höhepunkt erreichte, da nämlich spätestens dann niemand mehr abwandern oder austreten konnte! Übrig ist der Baierclan und ein paar ganz Unbeirrbare, die sich einfach keine neue Heimat mehr suchen und auf Kaltenegger hoffen.

Natürlich muß die Partei interessiert sein, die Zahl der Mitglieder niedrig zu halten.

Sonst müßte ja das Parteivermögen auf mehr Mitglieder aufgeteilt werden. Angeblich ist ja nichts mehr da, aber wo wären die mehreren Milliarden Schilling (Turmöl, Globus-Haus,...) hingekommen? Die paar, die an die BRD abgetreten werden mußten, können ja nicht alles gewesen sein.

Und nicht zu vergessen, dass die unbekannte Größe sehr praktisch für Delegiertenparteitage ist. Wo nichts nachkontrolliert werden kann, sind dem Machtmissbrauch keine Grenzen gesetzt. Kein Wunder also, dass schon lange kein Mitgliederparteitag mehr stattgefunden hat, obwohl das ja angeblich beim letzten, von den SteirerInnen anerkannten Parteitag beschlossen worden ist.

Wer KPÖ-Mitglied werden will,

sollte jedenfalls vorsorglich erklären, daß er die Familienclans von Baier, Furtlehner und Messner für gottähnliche Erscheinungen hält.
Kritisiert er diese nämlich, kriegt er recht schnell das Etikett "Stalinist" umgehängt und fliegt raus.
Schlimmer ist nur noch, wenn er sagt, die KPÖ hätte das EKH an einen Rechten verkauft. Dann wird er verklagt auch noch.

sie klingen ja wie ein ddr-renegat!


man braucht statt baier, messner, etc. nur honecker, mielke, ... einzusetzen und kpö durch sed ersetzten - und schon sind sie mit diesem "furchtbaren gejammer" der liebling aller kommunistenfresser.

wenn sonst nix mehr hilft, werden entweder verdienste von anno dazumal herangezogen, widerstandskämpfer, die sich nicht mehr wehren können, oder die kommunistenfresserkeule geschwungen. das ist so banal wie politisch unbedarft. man merkt, wie geschädigt einige durch das jahrelange hick-hack pro- und contra-baier sind. es fällt ihnen nicht einmal mehr auf, dass das fundament linker politik die gute argumentation ist. wie verrottet ist das. so lange leute wie sie in der kpö sitzen, ist distanz angesagt.

richtig,


es geht um gute und richtige argumentation! aber die argumente von "epikur5" sind das gegenteil davon. er führt sich, mit verlaub, auf, wie eine beleidigte leberwurst und betreibt denunziation.

denunziation? beleidigte leberwurst? sie haben einen erschreckenden argumentationsnotstand. kein wunder.

Helmut?

Bist du's?

Sehen so die Argumente eines KPÖlers aus? Dann hat sich Baiers Abgang ja nichts geändert.

Nein, ich bin der Ernst,

aber heißt du vielleicht Leo und wirst auch über einen der neuen KPÖ-nahen Vereine fürs posten bezahlt?

Nein...

...ich verdiene meine milden Gaben auf dem "freien" Arbeitsmarkt, werde für's Posten nicht bezahlt und heiß auch nicht Leo.

Aber getortet worden voriges Jahr? Der Mann für´s Grobe, gell.

Los, raus damit!!



WER ist dieser Helmut, und WAS hat er getan??


Ich vermute mal, dass über die steirische Landesgrenze hinaus in dieser KPÖ nichts anderes stattfindet als Baierverteidigung und vermeintliche Feinderkennung. Diese Fixierung verhindert natürlich ein Mindestmaß an Selbstkritik. Steckengeblieben. Würden Sie von diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen? Er wird nur wieder seinesgleichen anziehen. Aber was hat das damit zu tun, dass jetzt oberste Priorität ist, diese Regierung abzuwählen?
Die steirischen KPÖler strudeln sich ab, und die Rest-KPÖ erschöpft sich im Aufspüren von Helmuten.

Hürden über Hürden

Ich denke es ist ganz normal für eine Partei, die hauptsächlich auf die ehrenamtliche politische Arbeit der AktivistInnen angewiesen ist,
mit einem Neumitglied Kontakt aufzunehmen bzw. abzuklären wo und was das Neumitglied politisch arbeiten will.

Im übrigen: Die Kontaktaufnahme ist ein Treffen mit sehr netten Menschen, wo man sich bei Kaffee oder Bier austauscht...

Da es ja inzwischen neue Mitgliedsbücher gibt, also Baier die alten hat einstampfen lassen und nur mehr jenen ein neues gegeben hat, die seine Linie unterstützten, muss man ja Angst haben, in diesem Aufnahmekomitee dem Baierclan gegenüberzusitzen. Also wenn Mitglied werden, dann in der Steiermark.

Moooment!


Das mit dem Gratis-Bier waren doch die anderen???

Oder hast du das Bier eh selber gezahlt (bzw. den Kaffee - der hoffentlich aus fair-trade-Handel erworben wurde).


Neugier: Ham's di wenigstens gnumman? (Oder bist du sogar ein "Kontaktaufnehmer"?)

Wenn er nicht Helmut heißt, haben sie ihn vielleicht genommen. Beim Aufnahmegespräch wird er aber beweisen müssen, ob er einen Helmut kennt! Bei jedem Artikel über die KPÖ werden unter den Postern Helmute aufgespürt. Das fällt ja auf.

Ich kann mich erinnern,...

...dass mal einer erzählt hatte, wie das war, als er der KPÖ beitreten wollte. Er kam hin, niemand war da, aber in einem anderen Raum hörte er Leute heftigst streiten. Plötzlich ging die Tür auf, einer kam raus, drückte ihm ein Partei-Austrittsformular in die Hand und ging wieder...

Herzelichst
Ihr Lappe

Partei-Austritts Formular?

Das würde ich gern sehen, dass muss auch auf dem kapitalistischen Markt sehr wertvoll sein, da ein Unikat.

Was ich damit sagen will: Die KPÖ ist keine Sekte. Es genügt, das Parteibuch bei einer Versammlung auf den Tisch zu knallen. Steht auch so ähnlich im Statut.
Mensch darf den Austritt aber auch mündlich oder schriftlich kundtun, wenn er oder sie nicht mit Parteibüchern um sich werfen will.

Wozu wollen Sie das sehen? Baier hat mit der Ausgabe der neuen Mitgliedsbücher alle Unliebsamen entfernt. Praktisch, gell! Meines Wissens nach hat man das seinerzeit bei den Braunen gemacht. Mir ist kein weiterer derartiger Fall bekannt.

Dass sowas in einer Demokratie überhaupt möglich ist! Offenbar hatte Baier alle Instrumente der Mitbestimmung ausgeschaltet, anders ist das nicht vorstellbar. In jeder anderen Partei wäre der Teufel los gewesen.

Da gibt es aber Leute mit Parteibuch, die wieder rausgeschmissen werden. Denn Baier hat ja extra neue Mitgliedsbücher drucken lassen, damit er nicht mit allen Gfriesern muss...

Ich glaube, dass diese Geschichte stimmt.

Hat mir (und auch noch anderen Leuten) der ehrenwerte Herr Lukas Resetarits vor Jahren erzählt. Und - da bin ich überzeugt - der lügt nicht.

Herzelichst
Ihr Lappe

Oder bin ich etwa wie der Pjotr Westic einem subversiven Künstler aufgesessen?

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