"Krone": Beamte erkannten Kampuschs Namen nicht

5. Oktober 2006, 16:35
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Polizisten wussten nicht, was sie mit dem Namen "Kampusch anfangen" sollten - Erster Fluchtversuch war gescheitert

Wien - Die ersten Polizeibeamten, mit denen Natascha Kampusch nach ihrer achtjährigen Gefangenschaft in Kontakt kam, kannten ihren Namen nicht. Das sagte Kampusch der "Kronenzeitung" (Mittwochausgabe) in einem Interview.

"Das sagt mir nichts, der Name"

Die Zeit zwischen ihrem Hilferuf bei der Nachbarin und dem Eintreffen der Polizei sei ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen, sagt Kampusch. Nach zwölf Minuten sei der Polizeiwagen dann eingetroffen. "Da sind zwei Polizisten gekommen", so Kampusch. "Ich sagte, dass ich ent... na ja, dass ich geflohen sei und dass ich acht Jahre lang gefangen gehalten worden sei." Mit ihrem Namen hätten die Beamten jedoch nichts anfangen können: "Die waren etwas ratlos und haben meinen Namen wieder gesagt, und dann haben sie die Köpfe geschüttelt und nachgedacht und gemeint: Das sagt mir nichts, der Name."

Erster Fluchtversuch fehlgeschlagen

Sie habe schon einmal versucht, zu flüchten, erzählt Kampusch: "Einmal wollte ich am Gürtel aus dem Auto springen. Aber er hat mich festgehalten und ist dann mit dem Auto so gefahren, dass ich an die Wände schlug",

Die Minuten nach ihrer gelungenen Flucht seien Momente großer Angst gewesen - nicht nur um sich, sondern auch um jene Frau, die für Kampusch die Polizei rief. Erst habe die Frau nicht verstanden, was geschehen sei. "Ich versteh' das nicht, ich versteh' das nicht, immer wieder hat sie das gesagt." Die Frau hätte Natascha Kampusch nicht in die Wohnung hinein gelassen, gleichzeitig fürchtete die 18-Jährige, von dem Verbrecher doch noch entdeckt zu werden: "Ja, und ich durfte mich nicht einmal hinter einem Busch verstecken. Ich hatte die Furcht, dass dieser Mensch diese Frau umbringt, oder mich, oder beide." (red)

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