Schokolade in Buchform

16. Oktober 2006, 11:14
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Josef Zotter ist bekannt durch ausgefallene Schoko-Kreationen - In "Die süßen Seiten des Lebens" verrät der steirische Chocolatier Rezepte, Persönliches und Kurioses

Graz - "Apfel Balsam Essig" oder "Bergkäse-Walnüsse-Trauben" - ausgefallene Schokoladen-Kreationen gehören zum Alltag des oststeirischen Edel-Schokohersteller Josef Zotter. Bei seinem neuesten Werk hat er zu zwei weiteren außergewöhnlichen Zutaten gegriffen: Papier und Stift. "Schokolade - die süßen Seiten des Lebens" kann ab sofort gedruckt vernascht werden.

"Ich beobachte oft Menschen dabei, wie sie Schokolade einkaufen: Sie pirschen sich heran, sie umschleichen sie, und plötzlich ist die Schoko-Tafel im Einkaufswagen. Niemand kauft Butter auf diese Weise ein", so Josef Zotter in seinem Buch. In erfrischender Erzählform wechseln sich die wichtigsten Phasen im Leben Zotters mit der Geschichte des Kakaos und Wissenswertes über Schokolade ab.

Gespickt mit Rezepten wie "Zanderfilet mit Schokokruste" oder "Entenbrust mit Chili-Schokoladensauce" begibt sich der Leser durch die süßen sechs Kapitel mit je vier Unterteilungen - "Leben", "Story", "Praxis" und "Genüsse". Geschickt wird der Leser an den Höhepunkten der jeweiligen Lebensabschnitte Zotters zum Innehalten angehalten - wohl wissend, dass sich der wahre Genießer an diesen Stellen ein Stück seiner Lieblings-Zotter in den Mund schieben wird.

Konditor statt Seifenhersteller

"Ich hätte mir auch vorstellen können, Seifen herzustellen und begann mit dem Produkt zu experimentieren. Ich bin dann doch bei den essbaren Produkten geblieben", erzählt der auf einem Bauernhof im oststeirischen Bergl aufgewachsene Unternehmer. Zotter absolvierte eine Koch-Kellnerlehre, fand im Praxisjahr seine Frau fürs Leben und machte in New York eine Konditorlehre. Danach eröffnete er zusammen mit seiner Frau die erste Konditorei in der Grazer Glacisstraße, wo seine Torten "von Tag zu Tag mehr Gäste" begeisterten.

Sachertorte und Apfelstrudel wurden dem kreativen Geist bald zu langweilig, er begann zu experimentieren "und stellte Polenta- und Milchreistorten in die Vitrine oder bot eine Schwarzbier-Sabayon an, was die Gäste eher abgeschreckt haben dürfte, denn sie blieben bald wieder aus." Er fasste Mut und wurde noch kreativer: "Am liebsten hätte ich die Sachertorte verkehrt herum gebacken. Weil das nicht ging, habe ich sie zumindest mit Chili und Ingwer gewürzt." Nach dem Tiefpunkt ging es wieder aufwärts und 1999 gründete er die Schokoladenfabrik. (APA)

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Zotter
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    foto: zotter
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