Medienexperte: Umstände um Interview "grenzwertig"

9. Oktober 2006, 16:41
25 Postings

Siegfried Weischenberg: "Informationen dürfen nicht monopolisiert werden"

Siegfried Weischenberg vom Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg hat die die Umstände um das Interview mit Natascha Kampusch in einem dpa-Gespräch am Mittwoch als "grenzwertig" bezeichnet. "Ich kann die Sicht der jungen Frau zwar nachvollziehen, aus ihrer Lage Kapital zu schlagen, denn so viel Geld wird sie kaum wieder verdienen", sagte er. "Aber es ist im Sinne der reinen Lehre nicht korrekt, wenn Geld für Informationen fließt, an die man sonst nicht kommen würde. Informationen dürfen nicht monopolisiert werden."

Weischenberg hat es "verwundert", dass die Geschichte der Natascha Kampusch dermaßen "hochgejazzt" worden sei. "Erstaunlich ist, dass in solchen Fällen immer sofort Medienberater auftauchen, die die Sache sofort vermarkten. Das Ende der Fahnenstange ist mit dem Interview vom Mittwochabend im Fall Natascha noch lange nicht erreicht." (APA/dpa)

Share if you care.