
Den WählerInnen drei Wochen vor der Wahl politische Konzepte erklären zu wollen, kann nicht Aufgabe der Plakatwerbung sein.
Da muss ich mich schon sehr über die Naivität mancher Top-Werberinnen wundern, wenn das an dieser Stelle eingefordert wird, zumal ein Wahlkampf ja im Gegensatz zu kommerzieller Werbung nicht nur über Plakatwerbung alleine geführt wird. Die "Produkte", in diesem Fall PolitkerInnen, treten ja im Gegensatz zu Benco, der, wie ich mit Bedauern kürzlich feststellte, nicht stark und schlau macht, auch medial in Erscheinung.
Zurück zum Start: Dass die gesamte Wahlwerbung in Bausch und Bogen heruntergemacht wird, ist für mich vielmehr ein Indiz, dass wir es hier nicht mit sachlicher Kritik zu tun haben, sondern mit der Verbitterung einiger pensionsreifer WerberInnen. Dementsprechend halte ich einen Generationenwechsel in der Branche für angemessen.
Da lobe ich mir noch Wolf Haas, der sich als Werber selbst in Rente geschickt hat und launig analysiert, wonach "gute Menschen (nämlich die Grünen, Anm.) schlecht schreiben". Solange das auch so wahrgenommen wird, soll es mir recht sein.
werblog
Hier machen sich Agenturchefs und Kreative Gedanken über Werbung und die Welt.
war da nicht mal was mit unterbewußtsein und "nicht-botschaften" ?
(7. klasse gym, sogar die aushilfspsychologielehrerin wußte das)
außerdem sind die "sujets" wirklich ganz toll gewählt.
diese lebensfreude der abgebildeten.
die in die (rosige) zukunft schweifenden blicke.
beides ein wahnsinn. echt. nicht.
Na dann wunderbar.
Honig um den eigenen Mund schmieren ist eine feine, noble Sache.
Gut, daß Sie hier Ihrer Verwunderung Ausdruck verliehen haben, Gott sei es gedankt möchte ich fast schon sagen.
Und ein Danke, daß Sie uns auf die Naivität mancher Top-Werberinnen aufmerksam gemacht haben.
Jetzt kann sich die Erde wieder weiterdrehen.
Sie müssen ein ganz besonders "guter Mensch" sein.
Hätten wir doch nur mehr von diesem Benco zum Frühstück getrunken, dann wären wir auch so stark und schlau.
Mit großer Aufmerksamkeit lese ich die diversen Einträge "großer" Werber und selbsternannter Gurus. Zur Kampagne der Grünen kann ich nur sagen, dass sich die Leere der politischen Botschaften in der Kampagne nahtlos fortsetzt.
Mit diesem Auftritt und den nichtvorhandenen politischen Konzepten muss ich heuer leider den Grünen den Rücken kehren und einer Partei die Stimme geben, die wirklich etwas bewegt hat.
na GANZ meine rede. auch ich habe bitte den grünen JAHR-E-LANG den rücken gestärkt, aber das viele grün auf der neuen webseite haut einem ja die augen ein!? sorry aber da wähle ich doch heuer lieber wen anderen. vielleicht die spö, deren website ist wenigstens rot und weiß. die bzö-homepage aber sicher nicht, weil deren homepage schaut ja aus wie eine diskonter-wurfpost.
meiner meinung nach wird plakatwerbung insbesondere von werbemenschen total überschätzt. (herr alm hebt sich da ein wenig ab)
sie ist teil des gesamtkonzepts. aus irgendeinem grund reiben sich andere werber immer daran - verbunden mit einer viel zu hohen erwartungshaltung. insb. bei er politischen werbung. und wenn die grüne kampagne konkrete themem anspricht, ist das teil ihrer inhaltlichen ausrichtung. mit häppy peppi und wirsindallesoleiwand erzeugt man zwar auch stimmung, aber die grünen sind bitte derzeit in opposition.
mfg
Es geht im Weblog darum zu provizieren und eine Diskussion anzuheizen. Insofern kann ich die Aussage zur Verbitterung einiger pensionsreifer WerberInnen gut verstehen. Und sicher ist es auch so, dass man das politische Programm nicht auf einem Plakat, geschweige denn in einem Claim erklären kann. Das ist doch gar keine Frage. Und darum ging es auch den wenigsten der als pensionsreife Werber angesprochenen Poster, denke ich. Vielmehr wurde diese Tendenz in Richtung lauwarmer Aufguss von schon hundertmal Dagewesenem kritisiert. Und die Aussagelosigkeit der Kampagnen (vor allem was das eigene Programm betrifft). Wo sind die Angebote an die Wähler? Oder wird in diesem Wahlkampf nur mit Dreck geworfen?
So what, Herr Alm?
wir alle erleben gerade bei allen parteien die original erste welle der kommunikation.
da jetzt schon davon zu reden, dass "keine angebote" kommuniziert werden, ist "ein schas" (copyright vdb-sommergespräch).
keine ahnung was noch kommt, aber selbst die schwarzen werden die mauen schüssel-3eckständer noch zigmal überkleben. don't panic!
...ich bin dabei. Schluss mit der Wahlwerbung, was Massenmedien wie TV, Plakat etc anbelangt. Das Geld dorthin, wo es sinnvoll eingesetzt werden kann. Ich will die Fressen nicht mehr sehen müssen und in den Nachrichten und Belanglossendungen haben die genug Gelegenheit, ihre Programme vorzustellen.
"...dass wir es hier nicht mit sachlicher Kritik zu tun haben, sondern mit der Verbitterung einiger pensionsreifer WerberInnen"
Wie sachlich. :-(
Vielleicht versuchen Sie es innerlich mit folgender Deutung: Es ist nicht allein die Schuld der Werber, dass Wahlwerbung platt ist, sondern liegt auch am Produkt. Und an den Produzenten des Produktes. Exceptionelles ist im Chor der Selbstähnlichen eher schwer herauszuarbeiten.
Wundert es Sie nicht, dass gerade die Wahlwerbung der Polter- und Grölpartei FPÖ nach werblichen Kriterien noch die griffigste ist? Man mag sich wie ich über den Inhalt in Schaudern krümmen, aber er ist anders und die Werbung der FPÖ selbst jodelt aus dem Sextett hervor wie nur was...
Das Wahlprogramm im Widerdruck? Bisher durften also nur Mitarbeiter der Druckerei, Plakatierer und Agenturmenschen über diesen Insider Witz lachen? Ein Schenkelklopfer ists aber allemal.
>>Den WählerInnen drei Wochen vor der Wahl politische Konzepte erklären zu wollen, kann nicht Aufgabe der Plakatwerbung sein.<<
Ja, das bestimmt nicht. Aber wie lautet die Aufgabe? Erinnerung an die NR-Wahl? Dazu würde ein parteiunabhängiges Plakat wie etwa "NR-Wahl am dd/mm/yy" ausreichen.
Wieso eigentlich kein gesetzliches Verbot von Wahlplakaten? Nicht jeder ist so hartgesotten, diese Gesichter + Floskeln am frühen Morgen, auf dem Weg in die Arbeit bzw. zum Arbeitsamt, so ohne weiteres auszuhalten.
"Wieso eigentlich kein gesetzliches Verbot von Wahlplakaten?"
- Na aber HALLO! Sie wollen doch den armen Agenturchefs ala Luigi nicht die angenehmste und einfachste Einnahmequelle streichen! Diese Kampagnen sitzt ein durchschnittlicher Kreativer an einem Montag Nachmittag auf der linken A*schbacke ab. Und dafür gibts ein paar Hunderttausend.
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