Sechs Tonnen in Tirol aus Verkehr gezogen

5. Oktober 2006, 12:30
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Land Tirol sucht weiter nach verdorbenem Fleisch

Innsbruck - Insgesamt knapp sechs Tonnen Fleisch sind im Zuge des "Gammelfleischskandals" vom Land Tirol aus dem Verkehr gezogen worden. Die Mitarbeiter der Lebensmittelaufsicht der Landessanitätsdirektion suchten vorerst weiter nach Betrieben, die von den Lieferanten aus Deutschland abgelaufenes Fleisch erhalten haben, aber nicht auf deren Liste standen, hieß es am Mittwoch aus dem Landhaus.

"Da wir nicht wissen, welche Lieferungen konkret betroffen sind, haben wir mehr als nur die vom August aus dem Verkehr genommen", sagte Reinhold Antoniacomi, Leiter der Lebensmittelaufsicht der Landessanitätsdirektion, der APA. Nun müssten sie auf die Analysen aus Bayern und vom Institut für Lebensmitteluntersuchung der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Innsbruck warten.

Um auszuschließen, dass noch weiteres "Gammelfleisch" im Umlauf sei, würden auch Betriebe, die nicht auf den Lieferlisten standen, durchsucht werden. "Immerhin kann es sein, dass nicht alle auf der Liste waren", meinte Antoniacomi. Manche Unternehmen würden sich sogar, sensibilisiert durch die Berichterstattung, von selber bei der Lebensmittelaufsicht melden.

Es sei schwer, verdorbenes Fleisch zu erkennen, hieß es aus dem Büro von LHStv. Elisabeth Zanon (V). Trotzdem sei man überzeugt, dass alles sichergestellt worden sei. Über die Vertriebswege sei lückenlos nachzuvollziehen, wer beliefert worden sei. Trotz vieler Kontrollen der Kühlhäuser könne nie ganz ausgeschlossen werden, dass sich verdorbenes Fleisch darin befinde.

Die drei betroffenen Betriebe hätten momentan noch keine Absicht, die Lieferanten auf Schadensersatz zu klagen. Antoniacomi hoffe aber, dass sie das abgelaufene Fleisch vergütet bekommen, "falls die Firma den Skandal überlebt". Schadensersatzklagen seien haltlos, wenn "nichts mehr von der Firma zu holen ist". (APA)

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