Präsidentenhubschrauber beschossen

2. Oktober 2006, 15:40
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Spannungen zwischen Georgien und Süd-Ossetien steigen weiter

Tiflis - Die Spannungen zwischen Georgien und Süd-Ossetien steigen weiter. Nach dem Beschuss eines Hubschraubers am Sonntag, in dem der georgische Verteidigungsminister saß, beschuldigte Georgien die abtrünnige Teilrepublik am Montag, einen Hubschrauber mit dem Präsidenten Michail Saakaschwili beschossen zu haben.

Rebellen hätten bereits vor einer Woche versucht, den Präsidentenhubschrauber zur Landung zu zwingen, teilte das georgische Innenministerium am Montag mit. In dem Hubschrauber soll sich auch eine Delegation von US-Senatoren befunden haben. Russische Nachrichtenagenturen berichteten, das in Süd-Ossetien stationierte russische Friedenskontingent sei in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.

Flugabwehrrakete

In dem Präsidentenhubschrauber vor einer Woche befand sich nach Ministeriumsangaben auch der einflussreiche republikanische US-Anwalt John McCain. Auf den Helikopter sei über der südossetischen Stadt Awnewi eine Strela-2-Flugabwehrrakete abgeschossen worden, hieß es in einer Erklärung des Innenministeriums. Die Rakete sei nicht weit entfernt von dem Hubschrauber explodiert.

Der Hubschrauber, der Sonntag beschossen worden war, habe Munition abbekommen, sei in Süd-Ossietien notgelandet und dann zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt, sagte Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili vor Journalisten in Tiflis. Der Beschuss wurde von der süd-ossetischen Führung bestätigt. Der Hubschrauber sei mehrfach "in unseren Luftraum" eingedrungen, sagte eine Sprecherin der süd-ossetischen Führung der Nachrichtenagentur AFP zur Begründung. Zu dem angeblichen Beschuss auf Präsident Saakaschwili gab es zunächst keinen Kommentar von süd-ossetischer Seite.

Die Spannungen zwischen Tiflis und den abtrünnigen Teilrepubliken Süd-Ossetien und Abchasien haben in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Die georgische Regierung beschuldigt Moskau, die Unabhängigkeitsbestrebungen der beiden Teilrepubliken zu unterstützen, die sich in den 90er Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus dem Einflussbereich der georgischen Regierung losgesagt hatten. Tausende Menschen kamen seitdem bei bewaffneten Konflikten ums Leben. (APA)

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