Steinbrück warnt EZB indirekt vor zu restriktiver Geldpolitik

5. Oktober 2006, 14:12
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Steinbrück verglich in einer Laudatio auf EZB-Präsident Trichet eine an Fahrt gewinnende Wirtschaft mit einem Fußball-Spiel, das in Gang komme

Berlin - Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat die Europäische Zentralbank indirekt vor einer zu straffen Geldpolitik gewarnt und sich dabei der Fußball-Rhetorik bedient. Steinbrück verglich am Montag in einer Laudatio auf EZB-Präsident Jean-Claude Trichet eine an Fahrt gewinnende Wirtschaft mit einem Fußball-Spiel, das in Gang komme.

"Jetzt kommt es entscheidend auf den Schiedsrichter an: Macht er einen Fehler (verhält sich zu restriktiv) und zieht unangebracht die rote Karte, riskiert er die Spieler zu demotivieren und das Spiel verliert an Niveau", sagte Steinbrück am Montag einem Redetext zufolge anlässlich der Verleihung des Deutsch-Französischen Kulturpreises an Trichet in Berlin.

Trichet hatte zuvor am Rande der Veranstaltung auf Fragen zur Geldpolitik gesagt, die Botschaft der jüngsten EZB-Pressekonferenz sei klar gewesen. Die Finanzmärkte hatten Trichets Aussagen vom vergangenen Donnerstag als Signal gewertet, dass die EZB im Oktober zum fünften Mal seit Ende 2005 den Leitzins von derzeit drei Prozent anheben wird. Auf die Frage, ob die Finanzmärkte seine Botschaft richtig verstanden hätten, antwortete Trichet auf dem Empfang in Berlin nicht. (APA/Reuters)

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