Diskriminierung von Frauen über 45

23. Juni 2000, 13:45

In zehn Jahren werden ältere Arbeitskräfte gefragt sein

Klagenfurt - Gegen eine Diskriminierung von älteren Menschen spricht sich die ÖVP-Europa-Abgeordnete Marilies Flemming aus. "Das widerspricht dem Paragraphen drei des Amsterdamer Vertrages, wonach niemand auf Grund seines Alters diskrimiert werden darf", sagte sie am Freitag bei einem Pressegespräch in Klagenfurt.

Flemming verwies in diesem Zusammenhang auf Aufträge des Europäischen Parlamentes an die EU-Kommission, entsprechende Gesetze vorzulegen. So sollten sich die Mitgliedsländer stärker den älteren Arbeitslosen annehmen, keine Zwangspensionierungen zulassen, die Altersversorgungssysteme gegenseitig anerkennen und eine europaweite Pflegeversicherung einführen.

Diskriminierung von Frauen über 45

Die Obfrau der Kärntner Frauenbewegung, Abg. Edeltraud Gatterer, strich vor allem die Diskriminierung von Frauen über 45 heraus. Eine Studie habe ergeben, dass die Hälfte der Unternehmer Bewerbungen von Frauen über 45 Jahren "einfach ignorieren" und ein Fünftel mit Frauen über 50 überhaupt keine Bewerbungssgespräche mehr vereinbare. Sie verwies auf Untersuchungen, wonach in zehn Jahren ältere Arbeitnehmer auf Grund ihres Fachwissens und ihrer Berufserfahrung begehrte Arbeitskräfte sein werden. "Da wird man sich den Kopf darüber zerbrechen, wie diese Menschen dazu bewegt werden können, weiterhin im Arbeitsprozess zu bleiben", sagte Gatterer. (APA)

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