Fellner: Konkurrenz gönne Erfolg nicht

9. Oktober 2006, 15:15
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Verleger zog trotz Lieferproblemen positive Bilanz - "Österreich" war laut Fellner nach rund zwei Stunden ausverkauft

"Binnen zwei Stunden waren wir ausverkauft. Das ist sensationell." Wolfgang Fellner zeigte sich am Freitagnachmittag trotz der anfänglichen Vertriebsschwierigkeiten seiner neuen Zeitung glücklich und zufrieden. Die "vielen, vielen, vielen" Reaktionen seien durchwegs positiv ausgefallen - besonders viel Lob erhielt der Neo-Tageszeitungsverleger für das Layout von "Österreich" und - nach eigenen Angaben - für die Themenvielfalt und die Inhalte der ersten Nummer.

"In aller Munde"

"Unsere Geschichten von Schüssel bis Krankl sind in aller Munde", so WoFe im Gespräch mit der APA. Auch "Geschichten, bei denen wir gar nicht damit gerechnet haben", seien auf große Resonanz gestoßen, wie etwa der Artikel über die Anklage gegen eine prominente österreichische Fotografin, die sich wegen versuchter Anstiftung zum Mord verantworten muss.

Die teilweise äußerst kritischen Reaktionen seiner Verleger-Kollegen trug Fellner mit Fassung: "Man kann ja schlecht verlangen, dass Konkurrenten an einem Tag, an dem die Konkurrenz erscheint und gleich ausverkauft ist, positiv reagiert." In Österreich sei es, im Gegensatz zu anderen Ländern, einfach nicht üblich, einem Mitbewerber Erfolg zu gönnen, erklärte sich der Medienmacher die teilweise hämischen Kommentare. Dennoch glaubt er auch, Zurückhaltung zu spüren: "Die Statements waren doch deutlich zurückhaltender als noch vor dem Erscheinen."

"Vertrieb wird sich einpendeln"

Er selbst ist in jedem Fall zufrieden: "Ich glaube, so etwas hat es noch nie gegeben, dass eine Zeitung, mit einer so hohen Auflage, in kürzester Zeit vergriffen war. Nach einem Rundruf bei Trafikanten wissen wir, wir hätten auch noch viel viel mehr verkaufen können", schwärmte Fellner, wobei er die anfänglichen Vertriebsschwierigkeiten nicht leugnete: "Natürlich hatten wir einige Probleme und waren vor allem in Wien und Linz mit der Auslieferung zu spät dran." Nach einer Anlaufzeit von "zwei, drei, vier Wochen" werde sich dies aber einpendeln, war Fellner überzeugt.

Am Samstag will Fellner übrigens noch einmal eine Riesenauflage unter die Österreicher bringen. "Wir werden noch einmal versuchen, 400.000 bis 500.000 Stück zu drucken." Noch mehr zu drucken, dazu sei man "derzeit aber nicht in der Lage", den "eine hohe Auflage bringt Probleme", bilanzierte Fellner nach den ersten 15 Stunden als Tageszeitungsherausgeber. Ursprünglich hatten die Fellners für die Sonntags-Auflage 600.000 Exemplare angepeilt. (APA)

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