Netzkultur-Festival "paraflows" in Wien

Ausstellungen, Symposium, Performances und net.art-Brunches erstrecken sich über eine Woche

Wien - Gleich nach der Ars Electronica haben Fans der Netzkultur erneut Gelegenheit, sich mit Aspekten jener jungen Kulturform zu beschäftigen. "paraflows 06" heißt das Festival, das sich als repräsentative "Annual Convention" versteht. Damit möchten die Initiatoren der Plattform Netznetz einer "herbei geredeten und angeblichen Krise der Netzkultur" etwas entgegen setzen, wie Johannes Grenzfurther bei der heutigen Pressekonferenz im project space am Karlsplatz meinte. Außer Ausstellungen, Performances und Installationen gibt es auch tägliche net.brunches und ein Symposium (von 9. bis 16. 9. im projectspace und an anderen Orten).

"Mittels dieser Treffen im realen Raum wollen wir sagen, dass es eine extrem vitale Szene in Wien gibt", so Grenzfurther. Diese "Annual Convention" als Präsentationsforum nach außen sei der vierte Teil des neuen, softwaregesteuerten Fördermodells, das von der Netz-Community selbst verwaltet werde. So werden derzeit insgesamt 500.000 Euro Subvention der Stadt Wien per Abstimmung der User vergeben als "Microgrants" für Newcomer, als "Backbonegrants" für Infrastrukturprojekte, als "Networkgrants" für Kunstprojekte, und schließlich für die "Annual Conventions" zur Veröffentlichung der Arbeiten.

Virtueller und sozialer Raum

Das Motto von "paraflows" lautet heuer "Netze hinter dem Netz", wie Festival-Leiter Günther Friesinger sagte. Damit soll klar werden, dass es bei allen virtuellen Projekten auch "eines sozialen Raumes bedarf". Die Eröffnung am 9. 9. findet in der Kunsthalle Wien statt, wo man zur laufenden "Summer of Love"-Show eine Visualshow und psychedelische VJ-Lineups vom Visualistinnenkollektiv Equaleyes im Rahmen der "Langen Nacht der Musik" bietet.

Beim Symposium, das im Semperdepot und in der Akademie der bildenden Künste abgehalten wird, gibt es Vorträge zu Aspekten wie "Free Software". Referenten sind u.a . Rena Tangens, Alvise Mattozzi und Hartmut Pilch. Die Ausstellung mit aktuellen künstlerischen Positionen digitaler Medienkultur findet an verschiedenen Orten statt, wie Artware-Lounge, Blumberg, Metalab, Projektwerkstatt Soho, Umraum, Vekks und werkzeugH. Ein Shuttlebus steht den Besuchern zur Verfügung.

Treffen mit Künstlern

In wechselnden Locations findet auch der tägliche net.art-Brunch von 11.30 bis 13.30 statt, in dessen Rahmen man Künstler treffen kann und auch Performances geboten werden. Rein "netzbasierte Projekte" gibt es auch: das Webcomic-Blog "Moresukine" unter www.eigen-heim.com, das Internetprojekt "Linuxvirgin" und das Internetprojekt "Islands Of Consciousness".

"Social Events" gibt es auch, so die "Blinkennight" am 12. 9. im Metalab, in der Applikationen von LEDs erforscht werden. Mitbasteln ist gestattet. "Night of the Living Dead Media - Dawn of the Web" ist der Titel des Abschlussfestes, des "Come-Together, wo wir abfeiern können", so Leiter Friesinger. (APA)

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.