Frauen durch Herz-Kreislauf- Erkrankungen besonders gefährdet

11. Oktober 2006, 09:36
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Mediziner: Effektives Risikofaktoren- Management könnte Seuche der koronaren Herzkrankheiten erfolgreich bekämpfen

Alpbach - 90 Prozent aller Herzinfarkt sind vorhersehbar und potenziell vermeidbar. Die wichtigsten neun Risikofaktoren sind bekannt und könnten modifiziert werden. Die schlechte Nachricht: Die Häufigkeit der Gefährdungsmomente wie hoher Cholesterinspiegel, Rauchen, Bluthochdruck etc. nimmt generell zu. Frauen sind durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders gefährdet. Das sagten Experten Freitagvormittag bei den Gesundheitsgesprächen im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach.

Was die Sterblichkeit nach einem akuten Herzinfarkt betrifft, konnte diese in Österreich von durchschnittlich 24 Prozent im Jahr 1990 auf zwölf Prozent im Jahr 2001 gesenkt werden. Herz-Intensivstationen und die modernen Methoden der Behandlung des akuten Infarkts (Thrombolyse, Ballondilatation, Stents) sind dafür verantwortlich. Frauen haben ein höheres Risiko als Männer. 1990 starben 32 Prozent der Patientinnen mit einem akuten Infarkt (Männer: 17 Prozent), 2001 waren es 17 Prozent (Männer: neun Prozent).

Risikofaktoren

Doch die Zukunft muss laut Univ.-Prof. Dr. Otmar Pachinger, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck, in der Prävention der Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen: "90 Prozent des Risikos, einen ersten Herzinfarkt zu erleiden, kann durch neun leicht zu messende und modifizierbare Risikofaktoren bestimmt werden. Das hat die in 52 Ländern der Erde durchgeführte Interheart-Studie ergeben. Mit einem effektiven Risikofaktoren-Management kann die Seuche der koronaren Herzkrankheiten erfolgreich bekämpft werden. Aber, in Wirklichkeit steigt die Prävalenz (Häufigkeit, Anm.) der Risikofaktoren." Das sind folgende Bereiche: zu hoher Cholesterinspiegel (besonders LDL-Cholesterin), Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, zu viel Bauchfett (abdominelle Adipositas), psychosoziale Faktoren (Stress etc.), zu wenig Obst und Gemüse, regelmäßiger geringer Alkoholkonsum ist "herzgesund" und zu wenig Sport.

Sterblichkeit

Wie sehr gerade Frauen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährdet sind, betonte auch Univ.-Doz. Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer, Leiterin der Kardiologie-Abteilung am Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien: "Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen in Europa 46 Prozent der Todesursachen bei den Frauen dar - im Vergleich dazu bei den Männern 39 Prozent. Ein Drittel mehr Frauen als Männer sterben an einem Schlaganfall. Im ersten Jahr nach einem ersten Infarkt erliegen 42 Prozent der Frauen einem zweiten. Bei den Männern sind es 24 Prozent." (APA)

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