Ars Electronica kooperiert mit japanischem TV-Sender KTV

11. Oktober 2006, 14:32
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Medienkunst soll in Japan besser bekannt gemacht werden - Festival widmet sich der "Simplicity"

Das Linzer Computerkunstfestival Ars Electronica ist eine Kooperation mit dem in Osaka ansässigen privaten japanischen TV-Sender Kansai TV (KTV) eingegangen, um die Medienkunst in Japan besser bekannt zu machen. Dies wurde heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Linz bekannt gegeben. Weiters soll die Kooperation ein Beitrag zum Aufbau eines "Center für Cyber Arts" sein, das 2011 in Osaka eröffnen soll, berichteten Ars-Leiter Gerfried Stocker und Christine Schöpf. Das heurige Festival widmet sich noch bis 5. 9. der "Simplicity".

Ein jährliches Medienkunstfestival

Schon ab 2007 soll es in Osaka ein jährliches Medienkunstfestival in Kooperation mit der Ars Electronica geben, hieß es. Durch die Zusammenarbeit werde der "künstlerische Austausch zwischen Österreich und Japan vertieft, nicht nur in bereits bestehenden Bereichen, sondern, wie ich hoffe, auch in einer neuen, aufblühenden Kultur", sagte KTV-Direktor Hiroshi Yamamoto. Stocker ist es ein "großes Anliegen, das unglaublich kreative und zukunftsweisende Schaffen der Medienkünstler bekannter zu machen". KTV, ein Sender der 1958 gegründeten Kansai Telecasting Corporation, erreicht in seinem Sendegebiet 8,7 Millionen Haushalte.

Gefühl

Dem nagenden Gefühl, dass zwar die technischen Geräte vom Geschirrspüler bis zum Handy immer leistungsfähiger und komplexer werden, das Leben jedoch dadurch nicht eben leichter wird, widmet sich die heurige "Ars Electronica". Die Suche nach der "Simplicity" führt die Teilnehmer bis ins Chorherrenstift St. Florian, wo morgen, Samstag, Orgel-Musik, Zen-Bogenschießen, Gespräche über Augustinus und Origami-Workshops die Komplexität der Welt auf sinnlich-besinnliche Weise erfahrbar machen sollen.

Es wäre nicht die Ars Electronica, wenn sich im Besinnlichen nicht dann doch das Digitale finden würde: Neben elektronischer Musik gibt es dort Diskussionen über Massenmedien, die Gestaltung von Computerprogrammen und interaktive Kunst. Mit am Land sind u. a. der berühmte Fotograf Oliviero Toscani und Komponist Michael Nyman, der eigens für die acht Glocken des Stiftes ein Stück komponiert hat.

Offiziell

Offiziell eröffnet wurde die "Ars Electronica" am Donnerstagabend in einer Kulisse, die die optische Wucht von Hafenmaschinen und die Nostalgie eines Dampfschiffes zusammenbrachte. Unter dem Motto "Harbor Resonance" trafen im Linzer Hafen Visuals, DJ-Musik, u. a. Matmos, düstere Beleuchtung und ein bunt gemischtes Publikum aufeinander. Heute, Freitag, Abend werden bei einer Gala u. a. mit Kunststaatssekretär Franz Morak (V) die "Goldenen Nicas" überreicht.(APA)

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