Vom Ingenieurs­wesen

9. Oktober 2006, 16:41
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Armin Thurnher würdigt in der jüngsten "Falter"-Ausgabe einen Sonderaspekt der Causa Kampusch

"Falter"-Chef Armin Thurnher würdigt in der jüngsten Ausgabe der Programmzeitschrift einen Sonderaspekt der Causa Kampusch, ...

Nur kurz richten wir unseren Blick auf Wolfgang Priklopil, den Nchrichtentechniker, den die "Krone" taxfrei zum Ingenieur macht. Warum nicht? Der Ingenieur ist eine zentrale Figur unserer Nachkriegsgeschichte, ein Bild der Tüchtigkeit, Unschuld und Kompetenz. Wie wir halt sind: Österreich liebt seine Ingenieure, ständig bringt es bemerkenswerte Exemplare hervor. Franz Fuchs, der wahnsinnige Sprengmeister, ein Ingenieur des Solipsismus. Ein Absender von Bekennerbriefen für die "bajuwarische Befreiungsarmee" wurde, nur als "der Ingenieur" bekannt. Als Simon Wiesenthal starb, brachte die "Presse" die ehrerbietige Schlagzeile "Der Ingenieur der Erinnerung", Ingenieur Worm deckt das Böse auf, Ingenieur Peter Westenthaler wiederum betätigt sich als als Zerstörer von Gesprächen in Medien. Nun haben wir Wolfgang Priklopil, Ing. Kron. (von der "Krone" zum Ingenieur erhoben), einen Kommunikationstechniker, als Ingenieur der Kommunikationslosigkeit, oder eine seiner sehr eingeschränkten, nämlich auf zwei Personen beschränkten Kommunikation. Warum es den Titel Medieningenieur noch nicht gibt, ist mir ein Rätsel.

... offenkundig nicht ahnend, dass die von ihm beschriebene Spezies auch schon im eigenen Hause west. Wir verleihen der ingeniösen Cover-Konstruktion (s.o) den Titel "Vom Zug gestreift". Taxfrei. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 1.9.2006)

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