Bauboom entlang der neuen U2-Achse

15. November 2006, 16:53
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Stadtentwicklungs- Projekte vom Praterstern zum "Stadioncenter" - Fußball-EM als Angelpunkt

Wien – Unterirdisch, aber dennoch übersehbar durch gewaltige Baumaschinen und weiträumige Absperrungen, gräbt sich die U2 vom Schottentor in Richtung Stadion, wohin sie ab 2008 nicht zuletzt Massen von Fußballfans bringen soll.

Schön langsam materialisiert sich auch abseits der U-Bahn-Baugruben eine Welle von Stadtentwicklungsprojekten: Angefangen vom Praterstern, der im Zuge des Bahnhofsumbaus neu gestaltet wird, über freie Flächen rund um die neue Messe, den anschließenden Stadtteil "Viertel Zwei" bis zum Einkaufszentrum "Stadioncenter", dessen Rohbau schon die endgültige Dimension erraten lässt.

Europameisterschaft

Als Dreh- und Angelpunkt der Bautätigkeiten dient die Europameisterschaft. Während der drei Wochen im Juni 2008 nämlich darf in einem Umkreis von vier Kilometern nicht gebaut werden, damit kein Stein oder Brett als Wurfgeschoß missbraucht wird. Deshalb kann auch die Neugestaltung des Pratersterns nach den Plänen von Architekt Boris Podrecca erst nach 2008 abgeschlossen werden.

Vorbei am Wurstelprater, der durch ein noch eher im visionären Bereich angesiedeltes Konzept von Themenparkplaner Emmanuel Mongon ebenfalls ein Facelifting bekommen soll, führt die U2 zum nunmehr abgespeckten Messegelände. Für die künftige Nutzung der freigewordenen Flächen nördlich und südlich der Messe werden bereits Pläne gewälzt. Im Winter werden die alten Messehallen abgerissen, auf rund 10 Hek-tar Fläche könnten nach 2008 Indoor-Entertainment und Wellness an der Grenze zum Grünen Prater entstehen.

"Viertel Zwei"

Eine U-Bahnstation weiter, an der Trabrennstraße, wird ab Herbst mit dem Bau des autofreien Büro- und Wohnstadtteils "Viertel Zwei" begonnen, das sich um einen 5000 Quadratmeter großen See gruppiert. In das 80 Meter-Hochhaus von Henke und Schreieck wird das OMV-Headquarter einziehen, bis 2008 soll auch das Hotel in Betrieb gehen. Bereits im August 2007 eröffnet das vor Baubeginn heftig kritisierte Stadioncenter, direkt an der vorläufigen U2-Endstation und vis-à-vis vom Ernst-Happel-Stadion. Auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern soll nicht nur Sportliches angeboten, sondern auch Neu-Leopoldstadt versorgt werden. (kri, DER STANDARD - Printausgabe, 1. September 2006)

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