In der Wirtschaft fürs Studium lernen

31. August 2006, 16:45
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Personalchefs in der Wirtschaftsbranche achten weniger auf Berufserfahrung als auf akademische Leistungen und Engagement

StudentInnen wirtschaftlicher Studienrichtungen können sich freuen: Für sie gibt es neben einem breiten Angebot an Praktikumsplätzen auch bessere Bezahlung als in manch anderer Branche. Zwar haben wirtschaftliche Praktika auch den Ruf, "Kopieren- und Kaffeekochen"-Jobs zu sein, viele Unternehmen achten jedoch mit gezieltem Coaching darauf, dass die PraktikantInnen in Arbeitsgruppen eingebunden werden.

Verantwortung und Teamgeist

"Ich bin schon von Beginn an in ein fixes Team integriert worden", berichtet der Wiener BWL-Student Michael Steiner über sein Praktikum beim internationalen Unternehmnensberater McKinsey. Seit Juli arbeitet er in Deutschland zwei Monate lang für ein deutsches Telekommunikationsunternehmen. Gemeinsam mit seinen KollegInnen begleitet er die Einführung eines neuen Produktes. Ihm werde auch große Verantwortung aufgetragen, berichtet Michael. Er spricht aus Erfahrung: Das Praktikum bei McKinsey ist bereits sein achtes.

Mit der Theorie kann Michael in der Praxis nicht viel anfangen: "Das Studium gibt nur die Richtung vor und ist mit dem, was ich im Praktikum lerne einfach nicht vergleichbar." Auf der anderen Seite werde ihm aber die Berufserfahrung die restliche Studienzeit bereichern. "Man lernt, Zusammenhänge zu verstehen, sich und eigene Ideen zu präsentieren", meint Michael. Außerdem steige der Qualitätsanspruch, denn: „Was an der Uni gut ist, hat in der Berufswelt noch gar nichts zu bedeuten."

Engagement wird belohnt

Der Andrang auf bekannte Unternehmen ist groß: "Wir nehmen jährlich 100 PraktikantInnen auf, die Zahl der Bewerbungen ist aber weitaus höher", so Kirsten Best von McKinsey. Bei der Auswahl achte man deshalb neben den akademischen Leistungen und ersten Berufserfahrung vor allem auf außeruniversitäres Engagement.

In der Regel dauert ein Praktikum nicht länger als 12 Wochen, außerordentliche Leistungen könnten belohnt werden: "Beweist sich ein Praktikant besonders gut, bieten wir ihm an, bei McKinsey zu bleiben. Mit PraktikantInnen, die noch nicht vor Studiumsabschluss stehen, bleiben wir in Kontakt", denn das Unternehmen sei ständig auf der Suche "nach jungen UnternehmensberaterInnen." Je nach Studienfortschritt und Praktikumsart beträgt die Bezahlung zwischen 2.000 und 4.000 Euro.

Für die Heimat ins Ausland

Nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auf internationaler Ebene bietet die Wirtschaftskammer Österreich Studierende die Möglichkeit, Erfahrungen im Handel zu sammeln. "Für die Praktika in Außenhandelsstellen bekommen wir jährlich 1.200 Bewerbungen", berichtet Anton Denk von der WKO, der für die Auslandspraktika zuständig ist, jedoch gibt es nur 300 freie Plätze.

"Selektiert wird bei den Bewerbern dann unter anderem nach Studienfortschritt", erklärt Denk. Zwar könne man sich nicht für eine konkrete Außenhandelsstelle bewerben, dafür aber die gewünschte Sprache angeben. Ob das Praktikum bezahlt wird, hängt laut Denk von der jeweiligen Handelsstelle ab. Für unbezahlte Praktika gebe es jedenfalls einen Zuschuss für den Versicherungsschutz. Unterschiedlich sind auch die Arbeitsbereiche: "Es können sich Studierende aus allen wirtschaftlichen Richtungen bewerben, auch zum Beispiel aus der Wirtschaftsinformatik", so der Außenwirtschaftsbeauftragte. (lis)

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  • PraktikantInnen werden nicht nur ins Team integriert, sondern müssen auch Verantwortung übernehmen.
    foto: standard/wifi

    PraktikantInnen werden nicht nur ins Team integriert, sondern müssen auch Verantwortung übernehmen.

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