Fast ein Bewerber-Rekord

1. Oktober 2006, 17:30
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Auch bei den Parlamentsparteien könnte es Rekord geben - Sieben verschiedene Stimmzettel

Wien - Fast einen Rekord gibt es bei der heurigen Nationalratswahl bei der Zahl der Wahlwerber. Die zwölf kandidierenden Parteien und Listen sind nur um eine weniger als im Jahr 1994 - wo mit 13 der Höchststand in der Zweiten Republik erreicht wurde. Die Stimmzettel sind - auch wegen der unterschiedlichen Reihung - vielfältig: Sieben Varianten werden in den neun Ländern zum Einsatz kommen.

Denn kein Österreicher wird die Wahl unter den zwölf Bewerbern haben. Nur sieben von ihnen (ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, BZÖ, KPÖ, Martin) kandidieren bundesweit, eine Liste tritt in fünf, die restlichen vier überhaupt nur in einem Bundesland oder Wahlkreis an. Und sie sind auch noch unterschiedlich gereiht - weil die Parteien, die nicht bei der Wahl 2002 ins Parlament kamen, nach dem Zeitpunkt der Einreichung der Landeswahlvorschläge gereiht werden.

Länster Stimmzettel in Kärnten

Den längsten Stimmzettel gibt es in Kärnten, mit zehn Listen. Gleich sind die Stimmzettel nur in Oberösterreich und der Steiermark bzw. in Salzburg und Vorarlberg. Die Niederösterreicher bzw. Tiroler haben zwar die selbe Auswahl, aber ihre Stimmzettel sind anders gereiht. Streng genommen gibt es für jeden Regionalwahlkreis einen eigenen Stimmzettel - weil es jeweils unterschiedliche Vorzugsstimmen-Kandidaten gibt.

Historisch betrachtet, war die Auswahl in der Ersten Republik wesentlich größer: Damals waren 13 bis 14 Listen die Regel. Bei der ersten Parlamentswahl, der zur Konstituierenden Nationalversammlung 1919, traten sogar 26 Listen an, von denen 17 auch ins Parlament kamen.

Rekord möglich

Dafür wird es am 1. Oktober freilich nicht reichen - aber bei der Zahl der Parlamentsparteien wäre immerhin ein Rekord der Zweiten Republik möglich: BZÖ und die Liste Dr. Martin haben laut den Meinungsforschern durchaus Chancen, in den Nationalrat einzuziehen. Dafür müssen sie entweder bundesweit über vier Prozent kommen oder ein Grundmandat schaffen. Gelingt beiden das, gibt es erstmals seit 1945 sechs Parteien im Hohen Haus, vorausgesetzt die schon jetzt im Parlament vertretenen Parteien schaffen den Wiedereinzug. Der bisherige Höchststand waren fünf - in den Jahren 1994 bis 1999, in denen das LIF im Nationalrat vertreten war.

Sechs von 50 haben es bisher geschafft

Mehr als 50 Parteien und Listen haben seit 1945 versucht, ins Parlament einzuziehen. Geschafft haben es bisher aber nur sechs: Neben SPÖ, ÖVP, FPÖ und den Grünen (seit 1986) vorübergehend die KPÖ (1945 bis 1959) und das LIF (1994 bis 1999).

Bei den letzten Wahlen schwankte die Zahl der Bewerber zwischen neun und elf - jeweils auch nicht alle bundesweit antretenden - Listen. 2002 bewarben sich neun Parteien. Wenig "sonstige Listen" - zwischen fünf und sieben - gab es in den 60er- und 70er-Jahren. Mit der Gründungsphase der Grüne in den 80ern und diversen Anti-EU-Listen in den 90ern wurden es dann wieder mehr.

Die Bewerber bei der Nationalratswahl 2006 sind:

- Österreichische Volkspartei (ÖVP)

- Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)

- Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)

- Die Grünen (GRÜNE)

- Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ)

- Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ)

- Liste Dr. Martin (MATIN)

- EU-Austritt - Neutrales Freies Österreich (NFÖ) (nur in Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Wien)

- IVE INITIATIVE 2000 (nur im Burgenland)

- "Sicher - Absolut - Unabhängig" (SAU) (nur in Kärnten)

- Liste Stark (nur in Kärnten)

- Sozialistische LinksPartei (SLP) (nur in Wien)

(APA)

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