Digitalisierung macht mündig

24. Oktober 2006, 11:28
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Je mehr Sender zur Verfügung stehen, um so gezielter wird das individuelle Programm geplant

Die Digitalisierung des Fernsehen geht mit einer Abwanderung der Zuschauer einher. Statt durchschnittlich 230 Minuten am Tag wird in Digital-Haushalten nur noch 130 Minuten ferngesehen, erhob das Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Uni Siegen. Wer gewohnt sei, über Internet, DVD oder Spielkonsole auf individuelle Angebote zuzugreifen, weigere sich, die starren Programmschemata der TV-Sender zu akzeptieren, begründet die Studie.

Je mehr, desto gezielter

Je mehr Sender zur Verfügung stünden, um so gezielter werde das individuelle Programm geplant. Die großen Verlierer seien die Rundfunkanbieter und die Werbeindustrie. "Mit der Digitalisierung hat sich bislang vor allem die Breite des Angebots erhöht", sagte Helmut Hauptmeier von der Fortbildungsakademie Medien der Universität Siegen. "Aber bei mehreren hundert Kanälen ist Zapping kein adäquates Mittel, um der Bilderflut zu begegnen." Die Zuschauer digitaler Angebote seien darauf angewiesen, sich einen eigenen Zugang zum Programm etwa über das Internet oder elektronische Programmführer zu verschaffen.

Dritte Befragungswelle

Für die dritte Befragungswelle der Studienreihe "TV2010" hatte der Softwarehersteller Buhl Data den Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Uni Siegen, das Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik FIT und die Fortbildungsakademie Medien beauftragt. Die Ergebnisse will das Unternehmen nach Abschluss der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin (1.-6. September) im Internet unter der Adresse www.sceneo.tv veröffentlichen.(APA/dpa/DER STANDARD)

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