Regierung reagiert gelassen auf Streikankündigung

22. Juni 2000, 18:27

Am Mittwoch sollen Straßenbahnen und Züge kurzzeitig nicht fahren

Wien - Die Regierungsseite reagiert mit Gelassenheit auf die Streikankündigung der EisenbahnerInnen und weiteren Protestmaßnahmen der Gewerkschaften am Aktionstag kommenden Mittwoch. Aus ÖVP und FPÖ hieß es am Donnerstag, dass sich die Regierung von Streiks nicht beeindrucken lasse und an ihrem Fahrplan zur Umsetzung der Pensionsreform festhalten werde.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die EisenbahnerInnen am Aktionstag zwischen 11.00 und 12.00 Uhr keine Züge abfertigen werden. Der Vizepräsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Hans Sallmutter, hat den geplanten Protest der EisenbahnerInnen durch die Notwendigkeit von Informationsveranstaltungen gerechtfertigt. "Die Eisenbahner sind schwer zu informieren, wenn gleichzeitig die Züge fahren." Man müsse die arbeitende Bevölkerung darüber aufklären, dass es der ÖVP-FPÖ-Regierung darum gehe, dass "Sozialniveau in Österreich zu senken und gleichzeitig den Großbauern und Zinshausbesitzern Geschenke zu machen".

Wiener Linien stehen

Geschehen soll dies - wie bis jetzt bekannt wurde - auch bei den Wiener Linien in Betriebsversammlungen in den frühen Morgenstunden des Aktionstages. Am kommenden Mittwoch sollen daher in der Bundeshauptstadt vor 6.30 Uhr keine öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs sein. Wie der "Kurier" in der Donnerstag-Ausgabe berichtet, werden neben den EisenbahnerInnen und den Wiener StraßenbahnerInnen fast alle Berufsgruppen am Aktionstag des ÖGB ihrem Ärger über die Vorgangsweise der Regierung Luft machen. ExekutivbeamtInnen werden vor Finanzministerium und Kanzleramt Flugzettel verteilen. Die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst veranstaltet eine Aktion am Wiener Victor-Adler-Markt. Die LehrerInnenvertreterInnen konferieren in Baden. Bei den Privatangestellten werden 500 Betriebsversammlungen abgehalten.

Seitens des ÖGB hieß es, das genaue Programm des Aktionstages soll erst am Vortag - also am Dienstag kommender Woche - veröffentlicht werden. (APA)

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