Ein Kleid für die Dirn'

Redaktion, 5. September 2006, 18:48
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    Der Ursprung: Dirndln aus dem 19. Jahrhundert

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    Typisches Modedirndl der 60er-Jahre

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    Zeitgenössisches Winterdirndl

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    Dirndlbluse "Modell Lech" mit Dreiviertel-Ärmel

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    Dirndln der Sudetendeutschen Tracht

Das Dirndl als Teil der österreichisch-bayrischen Tracht ist um 1870 entstanden und ging in den 1930er-Jahren als modische Novität um die Welt

Das Dirndl(kleid), von mhd. "dierne", "junge Frau", bayrisch-österreichisch "junges Mädchen", ursprünglich Arbeitsgewand des weiblichen Gesindes, bezeichnet ein Trachtenkleid, das aus der bäuerlichen Kleidung in Österreich und Bayern um 1870 herum entstanden ist. Zur Tracht wiederum gehört all das, was getragen wurde (ahd. "drahta", mhd. "trahte", Wortgruppe "tragen"). Kostümgeschichtlich wird zwischen Standestracht als einheitlicher Kleidung einer Gruppe - BäuerInnen, JägerInnen etc. - und Modetracht unterschieden. Im Zuge der Trachtenerneuerung sind dann Volkstrachten aufgekommen, die als nationale bzw. patriotische Bekenntnisse aufzufassen sind und zumeist auf die bäuerliche Tracht zurück gehen.

 

Leib, Rock, Bluse und Schürze

Das Dirndl setzt sich zusammen aus Leibl, Rock, Bluse und Schürze, wobei bei ersterem grundsätzlich zwei Varianten bestehen: Entweder hat es im Rücken ein gefaltetes kleines Schößchen oder ein im Vorderteil geschnürtes Mieder. Der Rock wird ebenso wie das Leibchen aus buntgewebten bzw. bedruckten - oftmals Blaudruckware - Baumwollstoffen gefertigt und weist in der Taille sogenannte "Stäbchenfalten" (parallel gereihte Zugfalten) auf. Die Bluse, zumeist aus weißem Batist, ist am Dekolleté gesmokt oder bestickt, beispielsweise mit den Initialen der Trägerin, und hat desöfteren Puffärmel. Die Schürze kann je nach lokaler Tracht beinahe jede Farbe aufweisen, ist aber in den Originalen zumeist einfärbig, selten mit zarten Blumen- oder Rankenmuster versehen.

Symbolik der Schleife

Angeblich symbolisiert die Schleife, mit der die Schürze gebunden ist, den ehelichen Status der Trägerin: Bindet sich die Trägerin ihre Schleife auf der rechten Seite, so signalisiert sie, dass sie verheiratet ist. Eine Schleife auf der linken Seite bedeutet, dass die Trägerin noch ledig ist. Da in der Zeit, aus der die Schleifenvarianten kommen, unverheiratet in aller Regel gleichbedeutend mit Jungfräulichkeit war, gibt es auch nur diese beiden. Andere Ideen - rechts bedeute Freund haben oder mittig bedeute Jungfrau - sind heutige Mode.

Modische Varianten

Etwa um das Jahr 1900 wurde das bäuerliche Dirndlkleid für den Provinzaufenthalt der Städterin modern. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen neben den Baumwoll-Dirndln aus Wolle gestrickte Dirndlkleider auf. Lokal begrenzt blieb es dennoch. Das änderte sich erst in den 1930er-Jahren, als die Operette "Im weißen Rössl" Weltruhm erreichte und das Dirndl als Modehit entdeckt wurde. Besonders in den USA erfreute es sich höchster Beliebtheit.

Daraus folgte, dass auch für das modische Sommerkleid Trachtenelemente übernommen wurden. Sogar die weißen Puffärmel, die Schnürmieder und Schürzen fanden Eingang. Für das Winterdirndl verwendete man nun Flanellstoffe in den Farben Lodengrün und Dunkelblau und stattete es mit Details der bäuerlichen Arbeitstracht aus. Eine reine Modesache und daher relativ neu ist das Abenddirndl, wofür Materialien wie Brokat und Damassé verwendet werden. In den letzten Jahrzehnten erfuhr das Dirndl zahlreiche modische Variationen, was sich auch auf die Länge des Saumes auswirkt, die jener der aktuellen Kleiderlänge angepasst wird. (dabu)

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Posting 1 bis 25 von 58
1 2
superdave
01
18.10.2006, 22:34

lass uns mal die positiven seiten besichtigen...
niegentwo sonstgibt es in der öffentlichkeit einen so tiefen ausschnitt ohne gleich angemacht zu werden. das dürfte zumidest einmal allen männern die argumente gegen das gelobte dirndl nehmen.

Robert Hillmann
00
Dirndl die anmachen

Habe auch schon sehr schöne Kleider Dirndl bei http://www.trachtenhimmel.de gesehen

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 09:07

Aber den elendiglichen TrachtenBH bekommt man nicht auf!

Sokrates, der Weise der Berge
01
19.10.2006, 08:29

Das Wichtigste an Dirndln mit Ausschnitt sind faltenlose Titten. Gerade in Wien begegnet man oft Titten (volkstümlich Dutteln), welche enjorme Faltenbildung aufweisen. Für diese ist das hochgeschlossene Dirndl geeignet. Wobei ich mich überhaupt dagegen ausspreche, das Wiener unsere Tracht tragen. Oft verbirgt sich darunter auch der Wolf im Gamsfell (siehe Androsch in Altaussee).

yotix
 
50

Der Witz dran: Dirndl & Co wurden immer industriell gefertigt, die lokal unterschiedlichen Varianten sind eine reine Erfindung der Modeindustrie bzw nationaler Phantasten. (Das Volk hatte sich davor eben immer in Fetzen gehüllt, die Oberschicht hatte schon um 1600 europaweite "Moden").
Wenn man sich so umhört, kriegt man den Eindruck, die misten Österreicher würden glauben, schon die alten Germanen und Römer hätten zwischen Steirerdirndl und Kärntnerrock unterschieden *rofl*

ka-r-li
03
23.9.2006, 10:17
sorry,

aber das stimmt einfach überhaupt nicht. schon mal in einem heimatwerk gewesen? ich bin keine große dirndl-verfechterin, aber daß doch die wurzeln in der handarbeit liegen, ist sogar mir bekannt.

ale hopp
11
modeentgleisung???

kenne kaum eine schönere art, sich zu kleiden. für alle menschen dieser erde.

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 09:05
Doch

Am schönsten war die erste Tracht, das Feigenblatt.

denkmal
00
27.9.2006, 11:57

ich liebe meine tracht.

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 09:08

Woher stammt eigentlich der Ausdruck: Eine Tracht Prügel?

superdave
00
18.10.2006, 22:32

und bin verdammt stolz drauf

Lectrice
00
19.9.2006, 21:56

Nicht mal um viel Geld würde ich so etwas anziehen - sorry!

Barbara Wielander
00
21.9.2006, 16:33

Ich finde Tracht - aus welchem Land auch immer - eigentlich auch sehr hübsch, weil üblicherweise schön bunt und mit Liebe zum Detail gefertigt

Das Lama Dalai
00

Vor allem Holzfäller macht es extrem sexy.

The Alien
 
01
Zitat:

"I'm a lumberjack and I'm okay,
I sleep all night and I work all day!
...
I like to wear a girdle, suspenders and a braa,
I'd like to be a girlie, just like my dear papa!"

M.Python

yotix
 
22

Stimmt. Und Schunkeln ist die weltweit schönste Form von Tanzen, das beste Restaurant der Welt ist der Wienerwald und was nicht im Musikantenstadl läuft ist koa Musi ned, richtig?

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 08:42

Wonn i zum Tonzn geh, tuat ma mei Fuass nit weh, wonn i oaweitn muass, is gonz aus mit mein Fuass.

Marlene Wild
01
Volkstrachten

Ich kann mir vorstellen, dass die Tracht resp. das Dirndl erst um 1870/80 das Bürgertum erreicht haben.
Siehe Weltausstellung 1873, wo bereits ein Katalog über Volkstrachten erschienen ist:
"Catalog der nationalen Hausindustrie und der Volkstrachten in Maehren. Weltausstellung 1873"
und da sind Dirndln abgebildet. Aber genug davon...

Marlene Wild
01
ich kanns mir

ich kanns mir nur schwerlich vorstellen, dass es das Dirndl erst seit 1870 geben sollte. Die Trachten wurden mit Sicherheit schon früher getragen, sollte man wohl besser mal nachschauen, oder ...

Theodor Herzl
 
40
20.9.2006, 08:34
sehn sie genau da liegt das problem ....

.... die menschen heut denken dass dirndl und sonstiges wäre was gottgegebenes das schon ewig getragen wurde ...


.. was quatsch ist ... der ganze volkstümlichkeitstrachtenkram entstand erst samt und sonders im 19ten jH .. in der selben zeit übrigens in der auch der deutschnationalismus entstand ...

und (sorry) ... alles erfunden ... wie oben ganz richtig steht .. auch um nationalistische gedanken zu transportieren "die als nationale bzw. patriotische Bekenntnisse aufzufassen sind"

denn ursprünglich .. unterschieden sich die bauern"trachten" (also ganz normales einfaches gewand) der slowenen der österreicher der norditaliener usw usw .. in genau gar nix ...

yotix
 
22

Na darum gehts ja eben: Die meisten Leute haben Fetzen getragen, zu festlichen Anlässen eben ein schöneres G'wand. Dann kam die Textilindustrie, griff diese G'wänder auf, legte bestimmte Muster als regionalen Typ fest und machte sich ans Marketing.

Mit der Kleidung steirischer Bäuerinnen vor 1850 hat ein industriell gefertigtes Dirndl ungefähr genau so viel zu tun wie eine aufgemascherlte Modeboutiquen-Jeans mit der baumwollenen Arbeitskleidung der Cowboys.

Joseph Banks
00
"Da in der Zeit, aus der die Schleifenvarianten kommen, unverheiratet in aller Regel gleichbedeutend mit Jungfräulichkeit war, "

Hier sollte sich dr.in Bu doch ein bisschen besser informieren.

Und der "provinzaufenthalt der städterin" vergisst auch, dass "provinz" das gegenteil zur hauptstadt bildet (schliesslich gibt es ja auch provinzstädte), aber nicht gleichbedeutend mit stadt-land ist.

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 08:43

12jährige Mädchen trugen noch keine Dirndl

Drago Mlanovic
01
nichts gegen binnen i und gender mainstreaming

aber wie viele jaegerinnen hat es denn beim aufkommen der tracht gegeben?

oblomow II
31
in salzburg...

... war es juden bei strafe verboten tracht oder trachtähnliches ( lederhose) zu tragen....
ich weiß nicht warum mich diese modeentgleisung des betont ländlichen immer an die krucken-, giebel- und andere kreuzler erinnert...

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