Weltgrößter Aluminiumhersteller entsteht in Russland

9. Oktober 2006, 12:04
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Der russische Marktführer Rusal übernimmt in einem 30 Milliarden Dollar-Deal mit Sual seinen größten Konkurrenten

London/Moskau - In Russland entsteht in einem 30 Mrd. Dollar-Deal der größte Aluminium-Hersteller der Welt. Der russische Marktführer RUSAL übernimmt mit SUAL seinen größten Konkurrenten und zudem die Aluminiumsparte des Schweizer Konzerns Glencore, heißt es in Medienberichten. Laut der russischen Agentur RBC dementiert die dem Oligarchen Oleg Deripaska gehörende RusAl den Deal allerdings.

SUAL gehört zum Imperium von Viktor Vekselberg, der unter anderem mit 10,25 Prozent an der Schweizer Unaxis beteiligt ist, deren größter Aktionär die Wiener Beteiligungsgesellschaft Victory von Georg Stumpf und Ronny Pecik ist.

In dem jetzt angeblich beschlossenen Dreierbund solle RusAl 64,5 Prozent, SUAL 21,5 Prozent und Glencore 14 Prozent halten, schrieb die "Financial Times (FT)". Die Transaktion habe ein Volumen von 30 Mrd. Dollar (23,4 Mrd. Euro). An der Spitze des neuen Alu-Riesen solle der bisherige SUAL-Chef Brian Gilbertson stehen, zitierte das Blatt aus einer unverbindlichen Übereinkunft der drei Parteien. RusAl stelle den Aufsichtsratschef Alexander Bulygin.

Vier Millionen Tonnen Jahresproduktion

Die neue Firma könne auf eine Jahresproduktion von 4 Mio. Tonnen Aluminium und 11 Mio. Tonnen Tonerde kommen. Russlands Präsident Wladimir Putin habe der Übernahme bereits zugestimmt, hieß es. In drei Jahren könne das neue Unternehmen an die Börse gehen, schrieb die "FT".

RusAl begann nach einem Bericht des Blattes "Kommersant" vom Mittwoch mit dem Aufkauf eigener Aktien bei Minderheitsaktionären zur Vorbereitung möglicher Fusionen. Quellen bei SUAL erklärten, der Konzern erwäge zur Weiterentwicklung zwei Möglichkeiten, nämlich einen Börsengang oder eine Fusion mit RusAl.

Derzeit ist RusAl auf dem Weltmarkt die Nummer drei hinter dem US-Giganten Alcoa und und der kanadischen Alcan. RusAl erzeugte 2005 rund 2,8 Mio. Tonnen, SUAL 1,1 Mio. Tonnen.

Mit dem geplanten Deal dreht sich das von den Rekordpreisen angetriebene Fusionskarussell in der Rohstoffbranche weiter. So kauft die in der Schweiz ansässige XStrata die kanadische Falconbridge nach langer Übernahmeschlacht für 16 Mrd. Dollar - Glencore hält der "Financial Times" zufolge 36 Prozent an XStrata.

Auch um den kanadischen Nickelgiganten Inco tobt derzeit eine Übernahmeschlacht. Zudem kursieren Gerüchte über eine 80-Mrd.-Dollar -Übernahme des weltweit drittgrößten Minenbetreibers Anglo American. (APA/dpa/Reuters)

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