
Mit Forschung allein beschäftigen sich die mehr als tausend Seibersdorfer schon lang nicht mehr. Seit der Wende im Jahr 2000 ist es zunehmend der Politeinfluss. Und der treibt mitunter seltsame Blüten.
Abfertigung für Krünes
Während 80 bis 100 Beschäftigte angesichts des Finanzlochs - heuer müssen zwei Millionen Euro eingespart werden, 2007 acht bis zehn Millionen - um ihre Arbeitsplätze zittern, soll der bis September interimistisch verlängerte kaufmännische Geschäftsführer, Helmut Krünes, ein Jahresgehalt Abfertigung bekommen. Obwohl er nur einen Vierjahresvertrag hatte und sein Vorstandsmandat nicht um eine weitere Funktionsperiode verlängert wurde, wie ein Insider anmerkt.
Ein hochrangiger Eigentümervertreter im Infrastrukturministerium beziffert Krünes' Fixum mit 250.000 Euro pro Jahr, erfolgsabhängige Boni nicht inbegriffen. Krünes will dazu auf Standard-Anfrage keine Stellungnahme abgeben: "Für meinen Vertrag gibt es einen einzigen Ansprechpartner, das ist der Aufsichtsratspräsident."
Der heißt Rainer Wieltsch und ist aufgrund eines USA-Aufenthalts derzeit ebenfalls nicht erreichbar, wie es bei seinem ehemaligen Arbeitgeber ÖIAG am Montag hieß. Womit eine zweite Frage unbeantwortet bleibt: Was die Suche nach dem neuen Geschäftsführer deutlich teurer gemacht hat, als zum Zeitpunkt des Anbots im Frühjahr veranschlagt. Laut hohen Seibersdorf-Funktionären stellt die mit der Chefsuche beauftragte Personalberatung Egon Zehnder International für seine Leistungen 124.000 Euro in Rechnung, obwohl der Auftrag laut Anbot 25.000 Euro nicht überschreiten sollte. Man erklärt das im Infrastrukturministerium mit zusätzlichen Aufwendungen wie Sitzungen und Hearings, die vom Personalauswahlkomitee nachträglich verlangt worden seien. Bei Egon Zehnder International will die Differenz niemand aufklären. Geschäftsführer Philipp Harmer sei derzeit urlaubsbedingt nicht erreichbar.
Zwielichtige Auftragsvergabe
Ungereimtheiten vermutet man im Infrastrukturministerium nicht beim Umfang der Beraterleistung, sondern bei den Vergabemodalitäten durch den Aufsichtsrat. Auffällig ist, dass ein Anbot über 25.000 Euro nicht öffentlich ausgeschrieben werden muss, da Aufträge unter 30.000 Euro nicht der Ausschreibungspflicht unterliegen. Man habe eine Ausschreibung offensichtlich umgehen wollen und den Auftrag in Etappen vergeben. Fakt ist, dass die Überweisung des Honorars in den Austrian Research Centers (ARC) derzeit wie eine heiße Kartoffel herumgereicht wird. Dafür sei der Aufsichtsratspräsident zuständig, heißt es.
Für Unmut in der Belegschaft sorgt angesichts der angespannten Finanzlage der ARC-Gruppe darüber hinaus, dass die im Vorjahr installierten Geschäftsführer der ARC-Töchter Business Services und Seibersdorf Research teuer ausgekauft werden müssen. Während Konrad Freyborn vorzeitig ausscheiden und seine rechtmäßige Abfindung bekommen wird, soll Martin Graf als Ersatz für seinen noch drei Jahre laufenden Vertrag als Geschäftsführer der ARC-Business Services als Neo-Finanzprokurist für drei Jahre kündigungsgeschützt werden.
Das sei angesichts möglicher Kündigungen ungerecht, sagen Rechtsexperten, werde aber nicht zu verhindern sein. Andernfalls müsse man dem ehemaligen FPÖ-Wissenschaftssprecher seinen laufenden Vertrag auszahlen.
Verlieren könnte Seibersdorf demnächst einen Gesellschafter: Plansee wälzt Pläne, auszusteigen. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD Printausgabe 29.08.2006)
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Man beachte, dass die Forschungsmilliarde hier in die Taschen von ExPolitikern versickert und die eigentlichen Forscher mit der Hand in den Mund leben. Wie bei eine undichten Wasserleitung kommt kein Tropfen bei der Forschung an sondern versickert im vorsätzlich angelegten Sumpf. Bei einem solchen Umfeld - Forscher bitte auswandern!!
die haben noch keine Blau/Orange/Braun/Schwarze entpolitisierte Führung bekommen.
Vielleicht sollten die Proporzabschaffer da vor der Wahl noch schnell handeln... aber was red ich, ist ja fast schon Defaitismus. Natürlich wird Gott dem lieben Wolfgang Schüssel auch diesmal die Kraft geben die Wahl für sich zu entscheiden.
wie kann eine staatstragende partei wie sich die övp gerne sieht zusehen, wie sich der kleine koalitionspartner fpö/bzö wie in einem selbstbedienungsladen an steuergeldern vergreift - die ersten unternehmen überdenken bereits ihre mitgliedschaft - plansee - und das ist forschungsland österreich, NEIN das ist politikerschlaraffenland pur, sogar angesichts der wahlen gibt es keine skrupel
...dass die jetzige FPÖ halt auch gern mit von der Partie wäre, was aber halt leider mangels koalitionärer Verbindungen und sonstiger Einflüsse momentan nicht geht. Teufel aber auch.
Da werden wir eben so lang als Antiprivilegienpartei in der Opposition bleiben, bis man uns endlich auch ein paar Pfründe gibt...
Glück auf!
... das ARC zu einem riesigen Trog für die ehem. blau, jetzt vermehrt orangen Schweine gestaltet. Es geht weder der Führungsebene noch unserer Regierung um tatsächliche Inhalte (in Wissenschaft, wirtschaftlichem Erfolg oder Ansehen), sondern um die Unterbringung möglichst vieler Günstlinge, solange sie noch an der Macht sind.
Such is life in einem Land, wo "freie Marktwirtschaft" in den Schulbüchern noch immer als Schreckgespenst auftaucht und sich derart großgezogene "Bürger/innen" nach wie vor möglichst viel Staatseinfluss in möglichst vielen Branchen wünschen.
MG
offensichtlich deppert genug sind, dafür zu blechen.
Vielleicht sind sie auch gar nicht so deppert, sondern erhalten gute Umwegrenditen dafür ... Wär mal interessant zu recherchieren, wer hier blecht und welche Aufträge er dafür bekommen hat ...
Da kursiert ein seltsames Gerücht in Seibersdorf: angeblich gab es Probleme mit dem Wirtschaftsprüfer, weil ein paar Mitarbeiter über Geschäftspraktiken der blauen Geschäftsführer "gesungen" haben. Erst nachdem Krünes persönlich sie dazu "überredet" hat, ihre Aussagen schriftlich zu widerrufen, hat der Wirtschaftsprüfer sein OK zum Jahresabschluß gegeben, heißt es.
Da scheint es ja lustig zuzugehen, wenn die "Ehrlichen und Anständigen" am Ruder sind...
wenn man sich einen regierungs"partner" ins boot holt, der tun soll, was der wolfi will.
wenn die braunen schon politisch nix mehr reissen, so wollen sie wenigstens versorgt sein.
so gesehen ein billiger preis für die schwarzen für die totale herrschaft. vor allem weil es die steuerzahler, die deppen, bezahlen.
das sind offensichtlich Gefahrenzulagen. Denn das Arbeiten in den Seibersdorfer Chefetagen muß sehr gefährlich sein - sonst hätten nicht alle so schreckliche Narben im Gesicht. A****kriechen hat anscheinend so seine Tücken...
Aber was immer die Medien berichten, was immer die Damen und Herren im Forum über Seibersdorf posten - in Wahrheit ist es noch viel schlimmer.
Aber Hallo !
Die sollten Ihr Geld lieber in professioneller Praesentation anlegen.
Hatten einen Messestand (siehe oben).
Holzbude,
Kopierte Zettel,
Und 2 Jungspunde die waehrend eines 10 minuetigen Gespraechs nicht erklaeren konnten
a) Wer sie sind,
b) Was sie vorstellen,
c) fuer was das gut sein soll,
d) was sie besser machen als andere
Das haett jeder Spendenkeiler aus der Mariahilfer
Strasse besser hingekriegt.
War damals schon erbost, jede ernstzunehmende Firma hat da zumindest irgendeinen chefe - aber nix
zusperren - neugruenden.
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