Empörung über Stadler

1. Oktober 2006, 21:22
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Oranger Wahlkampfauftakt - Van der Bellen machte ÖVP müde

Empörung über Stadler

Der FPÖ-Kandidat für die Nationalratswahl, Ewald Stadler, möchte Abtreibungen verbieten: Abtreibung sei "eine Tötungshandlung" und daher "grundsätzlich strafbar". Stadler befürwortet auch den Vorschlag der Kärntner FPÖ: Werdenden Müttern sollen 15.000 Euro gezahlt werden, wenn sie ihr Kind nicht abtreiben, sondern zur Adoption freigeben. Auf Empörung stößt Stadler damit bei SPÖ, Grünen und BZÖ: Die Frauen hätten sich die Fristenlösung vor mehr als dreißig Jahren hart erkämpft, und man würde sich diese Errungenschaft nicht nehmen lassen, erklärten Sprecherinnen der drei Parteien. Unterstützt werden sie dabei auch von ÖVP-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat, die am Sonntag betonte, dass man an der Fristenlösung und der Straffreiheit nicht rütteln dürfe.

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Oranger Wahlkampfauftakt

Beim Wahlkampfauftakt im südsteirischen Lannach marschierte BZÖ-Chef Peter Westenthaler zu den Klängen von "Eye of the Tiger" ein. Westenthaler, der im Wahlkampf als weißes Hündchen "Westi" vermarktet wird, möchte das BZÖ so "stark machen", dass niemand daran vorbeikommt. In Hinblick auf den Namensstreit mit der FPÖ betonte er: "Namen und Farben können wechseln, aber die Leidenschaft und das Feuer für unsere Bewegung, die waren immer da." Unterstützt wurde er vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, für den das BZÖ für "freiheitliche Politik im klassischen Sinne" stehe. Damit keine Verwechslung mit der FPÖ entstehe, will das BZÖ, wie bereits in der Ortstafelfrage, "die Beschilderung so organisieren, dass sich alle auskennen".

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Van der Bellen machte ÖVP müde

Üblicherweise dauert es nur wenige Sekunden, bis alle Parteien zum ORF-"Sommergespräch" Stellung beziehen. Nach der Sendung mit dem grünen Bundessprecher Alexander Van der Bellen am Freitagabend sah sich der ÖVP-Pressedienst nicht einmal mehr dazu imstande: "Eine Stellungnahme (...) ist leider nicht möglich, da um 21.47 Uhr auch der letzte Mitarbeiter der ÖVP-Presseabteilung eingeschlafen ist." ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka kündigte an, seinen Mitarbeitern "die Leviten lesen" zu wollen. Die Strafe dürfte aber milde ausfallen, war doch das Ehepaar Lopatka selbst auch eingeschlafen: "Schlafwagen"-Chef Van der Bellen, wie ihn Lopatka nannte, ließ ihn "immer tiefer in den Fernsehsessel sinken". (sl/DER STANDARD, Printausgabe, 28. August 2006)

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