Fades "Newton"

9. Oktober 2006, 15:09
22 Postings

Zuschauer können von "Galileo" oder "Clever" nicht genug bekommen, das österreichische Pendant kommt nicht in die Gänge

Schon komisch: Im gesamten deutschen Fernsehen können Zuschauer von populärwissenschaftlichen Magazinen wie "Galileo" oder "Clever" nicht genug bekommen. Das österreichische Pendant kommt hingegen nicht in die Gänge. Letzten Sonntag schauten magere 132.000.

"Ja und?"

Die Frage nach etwaigen Gründen erübrigt sich bei einem Blick auf die Themen: "Bernd Hupfauf startet ein einzigartiges Experiment. Er will herausfinden, ob es möglich ist, mithilfe eines Baumkatapults eine bestimmte Distanz zurückzulegen." Sagt sich jeder: "Ja und?" Oder: "Wer ist Bernd Hupfauf?"

Fehlendes Verwertungspotenzial

Die Sache krankt zum einen am fehlenden Verwertungspotenzial: Sinnloses Wissen, gut und schön, aber wen interessiert, ein weiteres Thema, der "Steinschlag auf Knopfdruck"?

Komisch-vifer Boning

Eine Show wie "Clever" punktet außerdem mit dem komisch-vifen Talent eines Wigald Boning. Hupfaufs Selbstversuche wirken dagegen plump und bemüht witzig. Die Ernsthaftigkeit, mit der "Galileo" wochenlang Hühnereier von Menschen ausbrüten ließ, war von Anfang an bestechend.

Bei einer Programmreform unter dem neuen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wird man hoffentlich auf das misslungene Wissenschaftsmagazin nicht vergessen. Bei einer Überarbeitung orientiere man sich an den flotten Vorbildern: Um "die Küche und ihre kleinen Helfer" ging es Sonntag in "Galileo" auf Pro Sieben über die ganz grundsätzlichen Fragen des alltäglichen Lebens: Wie funktionieren Mikrowelle oder Kühlschrank? (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 28.8.2006)

Share if you care.