Serbische Journalistin lebensgefährlich verletzt

21. Juni 2000, 17:03

Anschlag in der Redaktion des multiethnischen Senders in Pristina

Belgrad/Pristina - Eine serbische Journalistin ist am Dienstagabend im Stadtzentrum von Pristina lebensgefährlich verletzt worden, während ihr Begleiter mit leichteren Wunden davon gekommen ist. Der Anschlag auf Valentina Cuk, Mitarbeiterin des multiethnischen Senders "Kontakt", ereignete sich gegen 21.00 Uhr vor dem Gebäude des Radio- und TV-Senders Kosovo, in welchem auch die Büroräume des Senders untergebracht sind.

Der Inhaber des Senders Zvonko Tarle erklärte gegenüber dem Belgrader Sender "B2-92", dass ein unbekannter Angreifer der Mitarbeiterin der serbischen Redaktion in die Brust geschossen hätten. Ihr Begleiter Ljuba Topalovic sei mit drei Schusswunden am Fuss und am Bein davon gekommen. Nach an Angaben Tarles sei die schwerverwundete Journalistin in das britische Militärkrankenhaus eingeliefert worden und schwebe noch immer in Lebensgefahr.

Der multiethnische Sender war im Jahre 1998 zunächst vom Belgrader Regime gesperrt worden. Im Laufe des vergangenen Jahres waren die Büroräume des Senders mehrmals geplündert worden. Vor einigen Monaten war dann auch eine Dienstwohnung der Redaktion aus einem Granatenwerfer beschossen worden.

Die internatonalen Einrichtungen UNMIK (UNO-Verwaltung für das Kosovo), die Friedenstruppe KFOR und die OSZE hätten die Arbeit des Senders immer in Worten unterstützt, sagte Tarle, doch nie hätten sie für konkreten Schutz gesorgt. Mitarbeiter des Senders seien häufigen Angriffen und Pressionen seitens der Extremisten ausgesetzt worden. (APA)

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