Der Baustoffhandel neben der Volksschule

29. August 2006, 17:35
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Finanzieller Hintergrund des Verdächtigen wird nun durchleuchtet

Mysteriös erscheint derzeit noch der finanzielle Hintergrund des mutmaßlichen Entführers von Natascha Kampusch. Laut Handelsregister der Stadt Wien war Wolfgang P. mit 24 Prozent an einem Baustoffhandel im 20. Bezirk beteiligt. Ein Handel, der im Jahr 2003 420.000 Euro Umsatz aufwies - und mittlerweile wieder gelöscht ist.

Vor Ort finden sich bei einem Standard-Lokalaugenschein keine Spuren der Geschäftstätigkeit mehr. Der ehemalige Unternehmenssitz ist ein Gründerzeitwohnhaus mit einem verschlossenen und verstaubten Geschäftseingang im Erdgeschoß. "Dort ist schon lange nicht mehr offen", ruft eine Nachbarin von der gegenüberliegenden Straßenseite. Auch auf dem Klingelbrett des neben einer Volksschule gelegenen Hauses finden sich keine Hinweise mehr. Nach Ermittlerangaben kein Wunder: Das Unternehmen habe seinen Sitz in der Zwischenzeit verlegt.

Ominöse Werbeagentur

Durchforstet man das Handelsregister erneut, findet man nur noch den ehemaligen Mehrheitseigentümer des Baustoffhandels. Als Geschäftsführer einer Werbeagentur. Er ist auch jener Freund von Wolfgang P., der ihn aus dem Donauzentrum abgeholt hat.

Die Werbeagentur arbeitet offensichtlich wenig öffentlichkeitswirksam. Ein Anruf bei der Auskunft offenbart unter der Firmenadresse einen völlig anderen Betrieb. Am Gemeindeamt kennt man zumindest den Namen der Agentur. "Alles sehr unscheinbar." Dann die kurze Stellungnahme der Hauptgesellschafterin der Werbeagentur: Der Partner von Wolfgang P. sei "seit ein paar Tagen auf Urlaub", erklärt sie ungehalten. (Michael Möseneder, Markus Rohrhofer, DER STANDARD Printausgabe, 26./27.08.2006)

  • In diesem Haus war die Handelsfirma, an der der mutmaßliche Entführer beteiligt war, gemeldet

    In diesem Haus war die Handelsfirma, an der der mutmaßliche Entführer beteiligt war, gemeldet

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