Symantec und Microsoft fahren härtere Geschütze auf

6. Oktober 2006, 15:35
4 Postings

Antiviren-Hersteller und Softwarekonzern bereiten sich für ihr Aufeinandertreffen vor Gericht vor

Der Softwarekonzern Microsoft und der Antivirenhersteller Symantec rüsten sich für den kommenden Rechtsstreit. Nach den mehr oder weniger versteckten Gefechten der letzten Zeit läuft nun Alles auf einen offenen Konflikt hinaus.

Informationen bleiben geheim

Bis zu einem Verfahren vor Gericht, falls es überhaupt so weit kommt, dauert es allerdings noch: beide Parteien schlugen einen Termin im Dezember 2007 vor Gericht vor. Ein wesentlicher Punkt für ein Verfahren wurde nun allerdings erreicht: Symantec und Microsoft unterschrieben eine Erklärung zur Wahrung der Geschäftsgeheimnisse. Beide Unternehmen können nun ihre internen Informationen in den Fall einfließen lassen ohne befürchten zu müssen, dass diese Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

In fremden Revieren jagen

Der Fall "Symantec vs. Microsoft" startete schon im Frühjahr und dürfte eine direkte Auswirkung auf die Antivirenbestrebungen des Redmonder Softwarekonzerns sein. Mit der Ankündigung einen Virenscanner, der auch schädliche Gäste vom Rechner entfernen kann, auf den Markt zu bringen, hat sich Microsoft keine Freunde in der Antivirenbranche gemacht. Auch wenn Microsoft immer betonte, dass es nicht das Geschäft der Drittanbieter im Visier hätte, so scheinen diese größtenteils anderer Meinung zu sein.

Symantec vs. Microsoft

Schon im Frühjahr startete die Auseinandersetzung zwischen Microsoft und Symantec, wie der zeitliche Verlauf zeigt:

  • 18. Mai 2006: Symantec verklagt Microsoft wegen der missbräuchlichen Verwendung von geistigem Eigentum und der Verletzung von Patenten in Bezug auf Datenspeicherungstechnologie.

  • 15. Juni 2006: Microsoft verlangt vom zuständigen Bezirksgericht einige Punkte der Klage von Symantec fallen zu lassen, da diese bereits auf höherer Ebene entschieden wurden.

  • 16. Juni 2006: Microsoft reicht seinerseits Klage gegen Symantec ein. Der Antivirenhersteller soll drei Patente des Softwarekonzerns verletzt haben.

  • 31. Juli 2006: Microsoft fordert vom U.S. Patent and Trademark Office die Neuüberprüfung eines betroffenen Symantec-Patents. Gleichzeitig soll das Gericht, aus Sicht von Microsoft, den Fall aufteilen - einerseits in einen Fall von Vertragsbruch und in einen Patentrechtsfall.

  • 15. August 2006: Beide Parteien geben einen Statusreport ab, schlagen eine Verhandlung im Dezember 2007 und legen einen Zeitplan vor. Microsoft und Symantec geben eine Erklärung zum Schutz ihrer Geschäftsgeheimnisse ab.

  • 22. August 2006: Der Richter genehmigt die beidseitige Erklärung zur Wahrung der Geschäftsgeheimnisse, lehnt aber den Microsoftantrag auf Aufsplitterung des Falls ab und setzt ein neues Hearing für den 11. November fest.

    Gängige Praxis

    Wie US-Medien vermeldeten seien die meisten Vorgehensweisen der beiden Streitparteien durchaus als gängige Praxis in einem Patentrechtsstreit zu bezeichnen. Allerdings ist der Wunsch einer Partei ein Patent beim U.S. Patent and Trademark Office erneut überprüfen zu lassen eher selten. Aus Sicht von Microsoft sind die Vorwürfe Symantecs haltlos, "da bereits alle relevanten Technologien im Jahr 2004 von Veritas erworben wurden", so ein Microsoft-Sprecher. "Wir glauben vielmehr, dass Symantec unser geistiges Eigentum verletzt." Da es Symantec naturgemäß genau anders herum sieht, dürfte diese Auseinandersetzung noch die kommenden Monate prägen. (red)

    Share if you care.