Massachusetts wird auf OpenDocument umsteigen - aber erst später

12. Oktober 2006, 14:21
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US-Bundesstaat wird nun doch noch einige Zeit mit Microsoft Office arbeiten

Der US-Bundesstaat Massachusetts ist schon seit einiger Zeit in den Nachrichten und IT-Foren weltweit zu finden; der Grund dafür lag in der Ankündigung ab Jänner 2007 auf das freie OpenDocument-Format (ODF) umsteigen und die proprietäre Welt rund um Microsofts Office und Co. verlassen zu wollen. Doch nun haben sich die Pläne geändert.

"Wir steigen um, aber erst später"

Louis Gutierrez, Leiter der Massachusetts Information Technology Division, meldete in einer Aussendung an zahlreiche US-Medien, dass die Behörden im Bundesstaat auch weiterhin an OpenDocument festhalten und dieses Format so bald wie möglich einsetzen werden, doch werde es zu Verzögerungen beim Umstieg kommen. In der nahen Zukunft werde man weiterhin auf Microsofts Office angewiesen sein, so Gutierrez.

Die Gründe

Ein vollständiger Umstieg auf das freie Format sei damit zum geplanten Start im Jänner 2007 nicht möglich. Die Verzögerungen sind das Ergebnis von Beschwerden und Anfragen, die von Interessensgruppen vom Menschen mit körperlichen Handicaps, eingebracht wurden. Aus deren Sicht sind Open-Source-Produkte nicht geeignet um deren Bedürfnisse abzudecken. Zahlreiche unterstützende Hilfsmittel, wie etwa so genannte "Screen-Enlarger", seien nur in Verbindung mit Microsofts Office nutzbar.

Keinen Ersatz

Die Beschwerden wurden schon vor einiger Zeit eingereicht. Die IT-Abteilung des Bundesstaates vermeldete damals, dass der Umstieg verschoben werden würde, wenn man keinen adäquaten Ersatz in der Welt der freien Software finden würde. In seinem Brief, der auch an die Interessensvertreter ging, teilte Gutierrez mit, dass an entsprechenden Plug-Ins gearbeitet werden würde, die sowohl dem Umstiegsplan als auch den Bedürfnissen der betroffenen AnwenderInnen entgegenkommen würden. "Diese Vorgehensweise in der ODF-Implementation erfüllt unsere rechtlichen und moralischen Verpflichtungen gegenüber den Menschen mit Einschränkungen", so Gutierrez.

Keine anderen Pakete

Der US-Bundesstaat hatte inzwischen sogar kurzfristig überlegt, auf andere Software-Pakete umzusteigen, etwa auf OpenOffice oder StarOffice, aber Gutierrez entschied dagegen, da diese die entsprechenden Änderungen nicht bis zum geplanten Start im Jänner 2007 unterstützt hätten. Nun werden stattdessen, die bereits angesprochenen Plug-Ins verwendet werden. Die gesamte IT der Behörden des Bundesstaates soll nach dem neuen Plan im Juni 2007 auf ODF umgestellt werden.(red)

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